Gespräch mit einem Concierge, Teil 5

Gelesener Mensch und Pegeltrinker Caro kommt, wie erwartet wieder ziemlich fertig. Noch bevor sie Rum bestellt, legt sie einfach ihren Kopf auf meine Schulter und seufzt, seufzt tief. „Die sind alle so doof“, flüstert sie. „Was die machen wollen, ist letztendlich kriminell. Und ich soll’s juristisch so drehen, dass es gerade noch nicht kriminell ist …

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Gespräch mit einem Concierge, Teil 4

Das Internet ist eine willfährige Hure „Gestatten Sie mir eine vielleicht despektierlich klingende Frage?“ „Aber immer nur zu, frei heraus. Wenn Sie wüssten, was ich in meinem Leben schon alles für spektierliche und vor allem despektierliche Fragen gestellt bekommen habe. Mich schockt so leicht nichts mehr.“ „Nun denn, despektierliche Frage: Braucht man heutzutage Concierges überhaupt …

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Gespräch mit einem Concierge, Teil 3

Heimische Fremde „Sie sagten eben ‚Fremde heimisch machen‘“, frage ich dazwischen, „was genau meinen Sie damit?“ „Das ist ganz unterschiedlich, kommt immer auf den Gast an. Es gibt Gäste, die haben sehr lange auf einen Aufenthalt in einem Luxushotel gespart, die kennen sich überhaupt nicht aus, vielleicht ein älteres Ehepaar für einen besonderen Hochzeitstag, ein …

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Gespräch mit einem Concierge, Teil 2

Zufällige Begegnung in der PHC Bar Und dann das. Letzten August saß ich des Abends ziemlich verloren im Schlosshotel Berlin. Caro hatte mich hierher quasi entführt, mehrtägiger Kliententermin in irgendeiner Grunewalder Villa, wichtige Leute, wichtiges Mandat, wichtige Themen. Sie wollte mich unbedingt dabeihaben, nicht bei den Meetings, sondern davor und danach, als „ruhenden Pol“, hatte …

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Gespräch mit einem Concierge, Teil 1

Das Adlon und Mutter Hoppe Es ist scheinbar eine aussterbende Spezies, scheinbar wohlgemerkt, der Hotelconcierge, der Herr (sehr selten eine Dame) im Frack oder Tailcoat mit Weste, weißem Einstecktuch, dezenter Krawatte oder Fliege, oft mit goldener Taschenuhr und natürlich den gekreuzten goldenen Schlüsseln am Revers, neuerdings allerdings auch einfach nur im gedeckten Anzug, in manchen …

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Zoff oder siebzehnkommaneun Gramm

Caro und ich haben uns gezofft. Gezofft nicht über die generelle weltpolitische Lage, nicht über gemeinsame Urlaubsziele, schon gar nicht über’s Geld, nein, wir haben uns gezofft um: Kässpätzle. Und das kam so: Caro hatte eine Wette verloren, der Verlierer musste dem Gewinner und gemeinsamen Freunden eine Riesenportion echte, selbstgemachte Kässpätzle kochen und servieren, mit …

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Marginalie 119: ausgerechnet Beilngries oder echte italienische Gastfreundschaft

Eigentlich mag ich Beilngries, und eigentlich mag ich das Altmühltal. Eigentlich. Eigentlich ist die Altmühl ein weitgehend unreguliertes, naturbelassenes Flüsschen, das romantisch und idyllisch zwischen Kreidefelsen, Wachholderwiesen und dichten Wäldern, vorbei an alten, kleinen Örtchen (Pappenheim liegt an der Altmühl, die gefürchteten Kürassiere unter Gottfried Heinrich zu Pappenheim kamen von hier, und der Ausspruch „Daran …

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Von der allmählichen Naschmarktisierung des Augsburger Stadtmarktes

In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts lebte ich eine Zeit lang in Wien. Damals war es für viele durchschnittliche Wiener vollkommen normal, auf dem Naschmarkt einzukaufen. Der liegt seit eh und je fast zentral nahe dem Ersten Bezirk in Mariahilf zwischen Linker und Rechter Wienzeile am Wienfluss. Früher boten hier vor allem regionale Bauern …

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Oft sind es die Kleinigkeiten: Hilton Heidelberg

Mein Verhältnis zu Hilton ist durchaus gespalten: einerseits meist solider Vier-Sterne-Standard, schon vor der Ankunft weiß man, wie das Hotel funktioniert, egal ob in Shanghai oder in Berlin, alle Hiltons sind weitgehend gleich, Zimmer, Bäder, Schallisolierung, Klimaanlage, Halle, mehr oder minder kontinentales Frühstück, in Notfällen geht ein Steak in hauseigenen Restaurant immer irgendwie, egal, wo …

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Harald Juhnke und die Schildkröte

Es mag jetzt rund 30 Jahre her sein, da saß ich eines späten Abends nach dem Job in der Schildkröte, einem echten alt-berliner Lokal in einer kleinen Seitenstraße des Kudamms, trotz seiner Nähe zur Touristen-Idioten-Rennmeile damals noch nicht geflutet von knipsenden Reisenden aus aller Welt, seeking out authentic, unfiltered local life for lovely family album …

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Liebe Italiener, bitte haltet uns doch nicht für völlig dämlich

„Carpaccio di Manzo – Hauchdünn geschnittenes Rinderfilet21 – 16,50 €“, so steht es auf der Speisekarte des alteingesessenen italienischen Restaurants. Ich will jetzt gar nicht darüber lamentieren, dass dieses hier servierte „Carpaccio“ so gut wie nichts mit dem in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts von Giuseppe Cipriani in Venedig erfundenen Gericht zu tun hat …

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Marginalie 118: Der Sackgassen- und Poller-Irrsinn

Nun gut, seit einige Jahren wohne ich auf dem Lande, vielleicht bin ich die Großstadt nicht mehr richtig gewöhnt. Wenn bei uns im Städtchen mal eine Straße vorübergehend gesperrt wird – es gibt hier ohnehin nicht allzu viele Straßen –, dann steht das Wochen vorher im Lokalblättchen (endlich passiert mal was, irgendwas), beim Metzger wird …

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Insolvenz

Ich rufe Caro an: „Du musst mir helfen.“ „Erstmal Guten Tag,“ antwortet sie, „und Zweitens muss ich gar nichts. Worum geht es denn, Schnäuzelchen?“ Sie weiß genau, dass ich es hasse, wenn sie mich „Schäuzelchen“ nennt, Gutemine nennt Majestix zuweilen so in den Asterix-Heften, aber schließlich will ich was von ihr, da nimmt sie sich …

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Liebes Google,

ich muss Dir heute einfach mal schreiben, weil ich sehr enttäuscht von Dir bin. Eine Zeitlang habe ich Zusammenfassungen meiner Restaurant- und Hotelkritiken auch auf Dir veröffentlicht, das hat mir sogar den Ehrentitel eines „Local Guide der soundsovieltsten Stufe“ eingebracht (erinnert ein wenig an die „Operierenden Thetanen der III Stufe“ einer gefürchteten Sekte). Seit geraumer …

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Marginalie 117: Die Sache mit den Frühstücksmessern

So ein Bisschen kenne ich mich ja mit Hotels und Gasthöfen aus. Ich will jetzt nicht angeben, aber ich habe mal grob überschlagen, seit meiner frühesten Jugend bis heute muss ich so ca. 4.000 Mal in Beherbergungsbetrieben geschlafen und meist auch gefrühstückt haben, lassen Sie’s 3.000 oder 5.000 gewesen sein, einerlei, ich bin halt eine …

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Gespräch mit einem Gastwirt im Münsterland

Ich kann es kaum fassen: auf der Speisekarte des Landgasthofs im Münsterland stehen neben Schnitzel, Steak, Eintopf und Salat auch der – heute vielleicht noch bekannte – Pfefferpotthast (zur Erläuterung: ein herzhaftes Rindergulasch, allerdings komplett ohne Paprika, dafür mit sehr vielen Zwiebeln, Lorbeer, Nelken und – namensgebend – reichlich schwarzem Pfeffer, traditionell mit Pumpernickel-Bröseln angedickt, …

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