Von der allmählichen Naschmarktisierung des Augsburger Stadtmarktes

In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts lebte ich eine Zeit lang in Wien. Damals war es für viele durchschnittliche Wiener vollkommen normal, auf dem Naschmarkt einzukaufen. Der liegt seit eh und je fast zentral nahe dem Ersten Bezirk in Mariahilf zwischen Linker und Rechter Wienzeile am Wienfluss. Früher boten hier vor allem regionale Bauern …

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Oft sind es die Kleinigkeiten: Hilton Heidelberg

Mein Verhältnis zu Hilton ist durchaus gespalten: einerseits meist solider Vier-Sterne-Standard, schon vor der Ankunft weiß man, wie das Hotel funktioniert, egal ob in Shanghai oder in Berlin, alle Hiltons sind weitgehend gleich, Zimmer, Bäder, Schallisolierung, Klimaanlage, Halle, mehr oder minder kontinentales Frühstück, in Notfällen geht ein Steak in hauseigenen Restaurant immer irgendwie, egal, wo …

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Harald Juhnke und die Schildkröte

Es mag jetzt rund 30 Jahre her sein, da saß ich eines späten Abends nach dem Job in der Schildkröte, einem echten alt-berliner Lokal in einer kleinen Seitenstraße des Kudamms, trotz seiner Nähe zur Touristen-Idioten-Rennmeile damals noch nicht geflutet von knipsenden Reisenden aus aller Welt, seeking out authentic, unfiltered local life for lovely family album …

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Liebe Italiener, bitte haltet uns doch nicht für völlig dämlich

„Carpaccio di Manzo – Hauchdünn geschnittenes Rinderfilet21 – 16,50 €“, so steht es auf der Speisekarte des alteingesessenen italienischen Restaurants. Ich will jetzt gar nicht darüber lamentieren, dass dieses hier servierte „Carpaccio“ so gut wie nichts mit dem in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts von Giuseppe Cipriani in Venedig erfundenen Gericht zu tun hat …

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Marginalie 118: Der Sackgassen- und Poller-Irrsinn

Nun gut, seit einige Jahren wohne ich auf dem Lande, vielleicht bin ich die Großstadt nicht mehr richtig gewöhnt. Wenn bei uns im Städtchen mal eine Straße vorübergehend gesperrt wird – es gibt hier ohnehin nicht allzu viele Straßen –, dann steht das Wochen vorher im Lokalblättchen (endlich passiert mal was, irgendwas), beim Metzger wird …

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Insolvenz

Ich rufe Caro an: „Du musst mir helfen.“ „Erstmal Guten Tag,“ antwortet sie, „und Zweitens muss ich gar nichts. Worum geht es denn, Schnäuzelchen?“ Sie weiß genau, dass ich es hasse, wenn sie mich „Schäuzelchen“ nennt, Gutemine nennt Majestix zuweilen so in den Asterix-Heften, aber schließlich will ich was von ihr, da nimmt sie sich …

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Liebes Google,

ich muss Dir heute einfach mal schreiben, weil ich sehr enttäuscht von Dir bin. Eine Zeitlang habe ich Zusammenfassungen meiner Restaurant- und Hotelkritiken auch auf Dir veröffentlicht, das hat mir sogar den Ehrentitel eines „Local Guide der soundsovieltsten Stufe“ eingebracht (erinnert ein wenig an die „Operierenden Thetanen der III Stufe“ einer gefürchteten Sekte). Seit geraumer …

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Marginalie 117: Die Sache mit den Frühstücksmessern

So ein Bisschen kenne ich mich ja mit Hotels und Gasthöfen aus. Ich will jetzt nicht angeben, aber ich habe mal grob überschlagen, seit meiner frühesten Jugend bis heute muss ich so ca. 4.000 Mal in Beherbergungsbetrieben geschlafen und meist auch gefrühstückt haben, lassen Sie’s 3.000 oder 5.000 gewesen sein, einerlei, ich bin halt eine …

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Gespräch mit einem Gastwirt im Münsterland

Ich kann es kaum fassen: auf der Speisekarte des Landgasthofs im Münsterland stehen neben Schnitzel, Steak, Eintopf und Salat auch der – heute vielleicht noch bekannte – Pfefferpotthast (zur Erläuterung: ein herzhaftes Rindergulasch, allerdings komplett ohne Paprika, dafür mit sehr vielen Zwiebeln, Lorbeer, Nelken und – namensgebend – reichlich schwarzem Pfeffer, traditionell mit Pumpernickel-Bröseln angedickt, …

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Hollandaise für Dummies: Der eine guckt beim anderen ab

Noch vor dem eigentlichen Beginn der Spargel-Saison flutete dieses Jahr ein vermeintlich „genialer“ Trick für kulinarische Dumpfbacken die sozialen Medien: die „schnelle“ oder „einfache“ oder „narrensichere“ Sauce Hollandaise. Egal ob Promikoch oder Provinz-Hobby-Blogger, in unzähligen Social Media Kanälen wird derzeit dieses Rezept einer Hollandaise für Dummies wieder und wieder kolportiert. Das Prinzip ist einfach: man …

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Marginalie 116: Produktrückrufe und die Presse

Chronisch sauer bin ich auf die Systemmedien sowieso, aber gerade bin ich noch einmal saurer: „Produktrückruf bei bekannter Nuss-Nougat-Creme – Lebensgefahr!“ steht da in fetten Lettern als Überschrift. Uuuups, ich habe auch Nuss-Nougat-Creme im Schrank, bin ich etwa in Gefahr? Mein Interesse ist geweckt, also beginne ich, den Artikel zu lesen. Erster Abschnitt des Artikels: …

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Gespräch mit einer Köchin

Früher einmal wäre ich vielleicht vor Ehrfurcht oder Bewunderung oder Ergriffenheit erstarrt ob der Lage, der Ausstattung, des Angebots und des Services der Polaris Lounge von United in Chicago O’Hare. Gewiss, da kann sich so manche Lufthansa-Business-Lounge eine Scheibe abschneiden, aber das will nichts heißen. Doch wer die Emirates First Class Lounge in Dubai oder …

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Marginalie 115: Politisch korrekt bis zur Absurdität

„Zigeunerschnitzel“ ist ja ein Name für ein Gericht, der heutzutage nicht mehr so richtig en vouge ist. Gutmenschen echauffieren sich zuhauf, dies sei diskriminierend. Dabei sind sie wahrscheinlich ohnehin zum größten Teil Veganer, die maximal ein Sellerieschnitzel essen würden. Hauptsache aufregen und moralisch gut sein. Manche Gastwirte stehen trotzig-standhaft-traditionsbewusst zu dem Begriff „Zigeunerschnitzel“ auf ihren …

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Caro hat zum Essen eingeladen

Ich wähnte das Ende des christlichen Abendlandes – was rede ich: der menschlichen Zivilisation, des gesamten Planeten unmittelbar bevorstehend. In mein Postfach war kommentarlos eine Einladung geflattert, eine Einladung zum Abendessen, eine Einladung zum Abendessen von Caro in ihr Frankfurter Penthaus. Wenn zwei Dinge wirklich nicht zusammenpassen, so sind es Teufel und Weihwasser und Caro …

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Marginalie 114: „Hat es Ihnen geschmeckt?“

„Hat es Ihnen geschmeckt?“ fragt die Bedienung sichtlich beiläufig-desinteressiert beim Abräumen. Ich zögere, doch Caro tritt mir unter dem Tisch sachte vor den Fuß und blickt mich aufmunternd an. Warum ich? Warum kann sie das nicht für uns erledigen? Ich denke kurz nach und fasse mir ein Herz, obwohl ich solche Situationen eigentlich nicht mag …

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