Kleine Portion

Ich sitze in einem netten Lokal im Schwäbischen und studiere bei einem Glas Trollinger neugierig, vergnügt und vorfreudig die Speisekarte. Am Nachbartisch sitzt ein sehr gepflegtes, saturiertes (ich kann nicht ausmachen, ob in seiner neutralen oder seiner pejorativen Bedeutung, jedenfalls saturiert), älteres Ehepaar, ich schätze um die 70. Ich kann nicht umhin, ihr Gespräch mit …

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Liebe Wirte,

die Zeiten, in denen wir Euren blumigen Werbetexten und -bildern in Prospekten und dem Internet und vielleicht den mehr oder minder kompetenten Kommentaren irgendwelcher Restauranttester und Journalisten im Vorfeld blind vertrauen mussten, bevor wir zu Euch zum Essen kamen, die sind vorbei. Dabei glaube ich den oft hanebüchenen Kommentaren – positiven wie negativen – der …

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Marginalie 104: Ehrlichkeit

„DOPPELZIMMER ZUM NACHBARGEBÄUDE AB 74 EURO Zimmer Nr. 13, Nr. 25 und Nr. 26 mit sehr eingeschränktem Tageslicht und ohne Aussicht, aber sehr ruhig. Aufgrund des sehr eingeschränkten Tageslicht werden diese Zimmer preiswerter angeboten. Ausstattung: neues Badezimmer mit Dusche und WC, TV mit 32-Zoll. Zimmer Nr. 25 und Nr. 26 haben auch ein Sofa / …

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Marginalie 103: Dummheit, totaler Konformismus, Arroganz, Wohlstandsverwahrlosung und Bigotterie

Ich sitze im Intercity vom multikulturellen Tollhaus, das sie Hauptstadt nennen in die altehrwürdige Hansestadt Hamburg. Ich fahre zweiter Klasse, 70 oder 130 EURO Fahrpreis, das ist mal eine Preisdifferenz, dafür kann ich mir meine Zeitung und meinen Kaffee schon selber kaufen, und die zwei Stunden Fahrzeit übersteht man auch in der zweiten Klasse, zumal …

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Aber wenn dann alle hier sind, ist es mit einem Male nicht mehr schön

Ich sitze im tiefsten Bayrischen Wald nahe der tschechischen und österreichischen Grenze, weitab von den Fünf-Sterne-Ressorts weiter im Norden, in einem kleinen, abgelegenen Landgasthof in tiefem Tal in noch tieferem Forst, es ist schön hier, sehr schön, und – zumeist – ruhig. Die Landschaft ist rau, ursprünglich, die Natur ist um diese Jahreszeit noch nicht …

Mit der größtmöglichen Brutalität

Da will einer eine Reise tun. Das Reiseziel ergibt sich aus den eigenen Wünschen, Sehnsüchten, Interessen: Karibik mit Sonne und Meer ohne Ende, Athen mit Kultur bis zum Abwinken, Thailand mit kleinen und ganz kleinen Mädchen, New York mit Shoppen bis die Kreditkarte glüht, Lyon mit Fresstempel-Marathon, Westerwald mit strammen Märschen und Jodeln in frischer …

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Wieder ein Stück töter …: die regionale Traditionsmarke und die Juppies

Die Meldung in der Lebensmittelzeitung vom Januar vergangenen Jahres klang vergleichsweise spröde: „Die Hawesko Holding AG trennt sich von der Gebr. Josef und Matthäus Ziegler GmbH. Das für seine Obstbrände bekannte Unternehmen im churfränkischen Freudenberg hat 2019 mit 20 Beschäftigten 3,7 Mio. Euro umgesetzt. Käufer sind namentlich nicht genannte Privatpersonen, der Kaufpreis wird mit einem …

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Nicht der Bauer ist schuld …

Beim Aufräumen meiner Festplatten während der Feiertage fand ich ein altes Text-Fragment von mir, das ich 1998 – vor fast einem viertel Jahrhundert – geschrieben habe. Cem Özdemir sammelte damals gerade fleißig als Bundestagsabgeordneter auf Dienstflügen privat genutzte Bonus-Meilen bei der Lufthansa und musste in Folge als innenpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion zurücktreten, Annalena Baerbock stand …

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Marginalie 102: Dafür sorgen schon die Luden und Dealer

Es ist 23:00 Uhr des Nachts. Ich verlasse den Japan Tower in Frankfurt, ein nobles Geschäftshaus, rote Fassade mit viel Glas, mit 115 Meter Höhe noch einer der Zwerge in der Frankfurter Skyline, gelegen vis-à-vis der Gallusanlage, zwischen Innenstadt, Bankenviertel und Hauptbahnhof, eine Lage on the edge könnte man sagen, auf der einen Seite des …

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Egerländrisches Essen

… damit ich nicht vergesse, Euch zu erzählen … Caro hat Geburtstag gehabt. Das war schon im Sommer. Natürlich kann Caro nicht wie ein normaler Mensch feiern, Stehparty auf der Terrasse ihres Penthouse in der Stadt, oder ein großer Tisch bei dem lauschigen Lieblings-Italiener, oder alles hinter sich lassen und nach New York abhauen, … …

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Weihnachtsmarkt Ulm: was für’n Scheiß

Caro ist unleidlich, um nicht zu sagen höchst unleidlich. In diesem Zustand neigt sie dazu, gefährlich zu sein, gefährlich für Ihre unmittelbare Umwelt (das bin zurzeit vorwiegend ich, glibs!), gefährlich für sich selber, vor allem aber gefährlich für die Quellen der Unleidlichkeit. Und in diesem Zustand neigt sie dazu, zu klagen, klagen nicht im Sinne …

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