Marginalie 108: Sexspielzeug und Reizwäsche

Mit Caro bin ich über’s Wochenende in einem versteckten, sehr schönen, sehr angenehmen, sehr gepflegten, sehr entspannten, aber nicht massiv-luxuriösen Wellness- und Genusshotel im Badischen, keine 100 Zimmer, großer SPA-Bereich, tolle Gartenanlagen, ein Ein-Sterne-Restaurant mit internationalistischem Zeugs, eine rustikalere Bauernstube mit typisch badischer Küche, beachtlicher Weinkeller, nettes Café mit Kuchen und Torten aus der hauseigenen …

Teile diesen Beitrag:

Scheinbar ein ganz harmloses Photo …

Ein scheinbar ganz harmloses Photo eines harmlos gedeckten Tischs zu Heilig Abend, und doch irgendwie traurig. Die Wassergläser sind noch einheitlich, doch für Ben steht ein Weißweinglas für einen Vinho Verde auf dem Tisch, für Luc ein Bierkrug für Edelstoff, für Natalie eine Tasse für Salbeitee (sie hat Halsschmerzen) und ein Süßweinglas für einen Rosé …

Teile diesen Beitrag:

„Ich will den Leuten von hier einfach nur einen Platz zum Essen, Trinken, Reden, Aufwärmen, Feiern, Trauern, Versammeln geben“

Buchmesse, auch dieses Jahr für’n Arsch, ich ärgere mich, dass ich überhaupt hierhergefahren bin. Wo früher der Nabel der Literatur-, Bildungs- und Wissenschafts-Welt war, ist heute nur noch tote Hose. Die paar literarischen Highlights werden in den Medien verdrängt von ein paar Publicity-geilen woken Wort-Wixern, die sich über irgendwas aufregen, was angeblich nicht pc sein …

Teile diesen Beitrag:

Marginalie 105: Wohlgemeinte Ratschläge

Gerade lese ich ein in Deutschland frisch erschienenes Kochbuch: „Bistro, Bistro!“ von Stéphane Reynaud mit Photos von Marie-Pierre Morel. Eigentlich ein sehr schönes Buch, etwas chaotisch, sehr informativ, leger-ungezwungen, plaudernd, fast ist das Buch wie ein Besuch in seinem Lieblings-Bistro, wo man den Wirt und die anderen Gäste seit Jahren kennt und mag und nun …

Teile diesen Beitrag:

Petit Fritz München: Wie sich Klein-Fritzchen Frankreich vorstellt

Summa summarum: Die Dönerisierung der Gastronomie schreitet voran, jetzt gibt’s auch belegte Stullen à la française an der schicken Schwabinger Feiermeile, serviert in einem im Bistro-Style eingerichteten, quälend eng bestuhlten Lokal namens Petit Fritz. Serviert werden vorwiegend Tartines, je eine Scheibe mäßigen Körnerbrots mit nobel klingenden, aber belanglosen Belägen zu saftigen Preisen, dazu eine kleine, …

Teile diesen Beitrag:

Kleine Portion

Ich sitze in einem netten Lokal im Schwäbischen und studiere bei einem Glas Trollinger neugierig, vergnügt und vorfreudig die Speisekarte. Am Nachbartisch sitzt ein sehr gepflegtes, saturiertes (ich kann nicht ausmachen, ob in seiner neutralen oder seiner pejorativen Bedeutung, jedenfalls saturiert), älteres Ehepaar, ich schätze um die 70. Ich kann nicht umhin, ihr Gespräch mit …

Teile diesen Beitrag:

Liebe Wirte,

die Zeiten, in denen wir Euren blumigen Werbetexten und -bildern in Prospekten und dem Internet und vielleicht den mehr oder minder kompetenten Kommentaren irgendwelcher Restauranttester und Journalisten im Vorfeld blind vertrauen mussten, bevor wir zu Euch zum Essen kamen, die sind vorbei. Dabei glaube ich den oft hanebüchenen Kommentaren – positiven wie negativen – der …

Teile diesen Beitrag:

Marginalie 104: Ehrlichkeit

„DOPPELZIMMER ZUM NACHBARGEBÄUDE AB 74 EURO Zimmer Nr. 13, Nr. 25 und Nr. 26 mit sehr eingeschränktem Tageslicht und ohne Aussicht, aber sehr ruhig. Aufgrund des sehr eingeschränkten Tageslicht werden diese Zimmer preiswerter angeboten. Ausstattung: neues Badezimmer mit Dusche und WC, TV mit 32-Zoll. Zimmer Nr. 25 und Nr. 26 haben auch ein Sofa / …

Teile diesen Beitrag:

Marginalie 103: Dummheit, totaler Konformismus, Arroganz, Wohlstandsverwahrlosung und Bigotterie

Ich sitze im Intercity vom multikulturellen Tollhaus, das sie Hauptstadt nennen in die altehrwürdige Hansestadt Hamburg. Ich fahre zweiter Klasse, 70 oder 130 EURO Fahrpreis, das ist mal eine Preisdifferenz, dafür kann ich mir meine Zeitung und meinen Kaffee schon selber kaufen, und die zwei Stunden Fahrzeit übersteht man auch in der zweiten Klasse, zumal …

Teile diesen Beitrag:

Aber wenn dann alle hier sind, ist es mit einem Male nicht mehr schön

Ich sitze im tiefsten Bayrischen Wald nahe der tschechischen und österreichischen Grenze, weitab von den Fünf-Sterne-Ressorts weiter im Norden, in einem kleinen, abgelegenen Landgasthof in tiefem Tal in noch tieferem Forst, es ist schön hier, sehr schön, und – zumeist – ruhig. Die Landschaft ist rau, ursprünglich, die Natur ist um diese Jahreszeit noch nicht …

Mit der größtmöglichen Brutalität

Da will einer eine Reise tun. Das Reiseziel ergibt sich aus den eigenen Wünschen, Sehnsüchten, Interessen: Karibik mit Sonne und Meer ohne Ende, Athen mit Kultur bis zum Abwinken, Thailand mit kleinen und ganz kleinen Mädchen, New York mit Shoppen bis die Kreditkarte glüht, Lyon mit Fresstempel-Marathon, Westerwald mit strammen Märschen und Jodeln in frischer …

Teile diesen Beitrag:

Wieder ein Stück töter …: die regionale Traditionsmarke und die Juppies

Die Meldung in der Lebensmittelzeitung vom Januar vergangenen Jahres klang vergleichsweise spröde: „Die Hawesko Holding AG trennt sich von der Gebr. Josef und Matthäus Ziegler GmbH. Das für seine Obstbrände bekannte Unternehmen im churfränkischen Freudenberg hat 2019 mit 20 Beschäftigten 3,7 Mio. Euro umgesetzt. Käufer sind namentlich nicht genannte Privatpersonen, der Kaufpreis wird mit einem …

Teile diesen Beitrag:
Back to Top