Essen in USA (3/19): Ridgeway Diner

Am nächsten Morgen machen wir uns noch auf dem Zimmer aus der verfluchten Kapselmaschine heißes, schwarzes, höchst umweltschädliches Chlorwasser, die Amis – aber auch die deutschen Kapselapologeten, die soll die tollwütige, dumme Umwelt-Gretel beißen – nennen es euphemistisch „Kaffee“, danach bummeln wir durch das Morgengrauen die Sechste, die Leute hier nennen sie Avenue of the …

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Essen in USA (2/19): Charlie Palmer Steak New York

Wir wohnen im Archers Hotel an der 38. Straße mitten in Manhattan, quasi vis-à-vis vom Empire State Building. Nach fast 20 Stunden Reise nur schnell eine Dusche, umziehen, einen Drink an der Bar und dann – was läge näher? – ziemlich erschöpft und hungrig in’s offensichtlich ja gut beleumundete (oder sollte man sagen „gut gebrandete“) …

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Essen in USA (1/19): Vorrede

Es ist schon etwas großkotzig, da fliegt man nach New York, Caro spendiert auch noch den Heli-Transfer von JFK zu Pier 6 und hat absolut keine Lust mehr auf das Touri-Standardprogramm von Freiheitsstatue, Ellis Island, Battery Park, Brooklyn Bridge, Wallstreet, Broadway, World Trade Center (ach ne, das gibt’s ja nicht mehr), Chinatown, Little Italy, Empire …

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Marginalie 94: Neulich, in Little Italy …

Eine Besonderheit der Alten Kolonien ist es ja, dass sich in vielen großen, von Einwanderung geprägten Städten bis heute Stadtviertel gehalten haben, in denen sich einzelne Volksgruppen gemeinsam angesiedelt und die dem Viertel ihren Namen und auch Teile ihrer verbliebenen Kultur gegeben haben: Chinatown, Koreatown, Little Italy, Mexicantown, Germantown. Viele davon sind heute zu bloßen …

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Das Pupp und ich oder warum ich traurig bin. (8/8)

Dann kam der Untergang des Ostblocks, Grenzöffnung, West-Annäherung, freie Wechselkurse. Vorbei war es mit dem spottbilligen Leben im Pupp, auch die Einladungen meines Vaters dorthin nahmen angesichts der zunehmenden Kosten zusehends ab. Für junge Familien mit Kindern, wie wir dann recht bald, sind Grandhotels ohnehin nichts, nicht nur aus Kostengründen. Kleine Kinder sind in der …

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Das Pupp und ich oder wie meine Schwester ihren Ex-NVA-Offizier heiratete und ich nicht dabei war. (6/8)

Zum Ende des Ostblocks, in den späten siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, Lech Wałęsa saß wegen Gründung der Freien Gewerkschaften Pommernsin Haft und sollte sich nach seine Freilassung  im August 1980 zum Streikführer in Danzig aufschwingen, Leonid Breschnew beherrschte die Länder  hinter dem Eisernen Vorhang mit ebenso eiserner Hand, Michail Sergejewitsch Gorbatschow wurde Kandidat des …

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Das Pupp und ich oder warum man sich bei Huren vorab nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Währung einigen sollte. (5/8)

Eines schönen Tages in den späten Siebzigern, ich war gerade 18 geworden und hatte meinen Führerschein, lud mich mein Vater ein / forderte mich auf, ihn mit seinen Kumpels auf eine Tour in die Tschechoslowakei zu begleiten, es werde auch keine Nostalgietour zum ehemaligen Hof und zur alten Schule. Es wurde tatsächlich keine Nostalgietour, relativ …

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Das Pupp und ich oder wie das Wirtschaftswunder sich selber feierte. (4/8)

Nach 1945 hatte es sich in unserer Familie aus nahe liegenden Gründen erst einmal ausgepuppt. Vertreibung, wieder Fuß fassen, Essen besorgen, Quartier machen, Job finden, Entschädigungsansprüche anmelden, Haus bauen, zurück in die Normalität kämpfen, dann gleich auch heiraten, wie selbstverständlich Kinder zeugen (ich bin eines davon), neue Existenz aufbauen … das alles dauerte locker bis …

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Marginalie 93: Dies ist keine Geschichte

Geschichten – oder Beiträge, Posts, Messages , wie es Neu-Deutsch so oft so unschön heißt – haben einen Anfang, eine Mitte und ein Ende, manchmal sogar einen Höhepunkt, eine Moral oder zumindest eine Lebensweisheit oder sie berichten wenigstens von nützlichen und daher lesenswerten Dingen, etwa „Diese Lokal ist gut alldieweil …“ oder „Dieses Gericht bereitet …

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Wicker Park Seafood & Sushi Bar O‘Hare: simply a mess

Chicago O’Hare, Caro und ich haben gerade noch einen der letzten Flüge raus gekriegt, in den nächsten Tagen wird hier der Flugverkehr in die Alte Welt wohl komplett eingestellt. Es sollte kalt sein um diese Jahreszeit in Illinois, eisig, mit frostigen Winden vom See, tatsächlich ist es so ein Bäh-bäh-Wetter, feucht, fast irgendwie schwül, kalt-schwül, …

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Pitchwood Raymond: pralles Hillbilly-Leben in tiefster Provinz

Summa summarum: authentische, sehr rustikale Provinz-Kneipe, widerliches Essen, große Auswahl an lokalen Biere und Schnäpsen, ordentliche Drinks, authentische, sehr rustikale, aber freundliche Menschen Wir sind den ganzen Tag durch Washington gefahren, die 101 von ihrem Anfang in Olympia, den kompletten Schlenker nach Norden über Port Los Angeles wieder runter nach Aberdeen, dort haben wir auf …

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Geigers Besenwirtschaft: Volkes Himmel

Summa summarum: bodenständiges, derbes, gutes Essen in großen Portionen, dazu süffige, kleine heimische Weinchen, alles zu sehr moderaten Preisen, und das alles sowohl vom Interieur als auch der kollektiven Stimmung her in einer brechend vollen Musikantenstadel-Umgebung. „Ich höre schon des Dorfs Getümmel, Hier ist des Volkes wahrer Himmel, Zufrieden jauchzet groß und klein; Hier bin …

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Marginalie 90: Neulich im Badischen …

Es war neulich im Badischen, in einem dieser nicht ur- so doch mittelalten Gasthäuser, vielleicht gerade mal ein-, zweihundert Jahre, erst in der vierten oder sechsten Generation im Familienbesitz, also keine sonderlich große Tradition, nichts Außergewöhnliches, aber doch schon beachtlich alt, sehr beachtlich sogar verglichen etwa mit muselmanischen Schabefleischbratereien, die noch vor Jahresfrist nach der …

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Hi-Way 101 Diner in Sequim: Eine Nation, die in großem Stile so etwas isst, kann keine gute Nation sein

Summa summarum: So typisch imperial-amerikanisch, dass es fast schon weh tut. Typische Diner-Architektur und –Einrichtung, typische Diner-Speisen, typische Diner-Qualität, typisches Diner-Publikum. Es ist ein Graus. Klar, der legendäre Highway 101 entlang der Westküste der Vereinigten Staaten von Washington bis Kalifornien ist für jeden aufrechten Transatlantiker ein sentimentales Sehnsuchtsziel, so wie für jeden Bewunderer der Russischen …

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Port Orford: Right in the middle of nowhere (3/3)

Mittag sitzen wir hinter dem Haus, trinken Weißwein aus Oregon, essen ganz stilecht Chips, blicken auf das Meer und freuen uns. Von Süden zieht Nebel auf, man kann sehen, wie sich die dicke Nebelbank Meter um Meter vorschiebt uns alles in ihren weißen weichen Schleier hüllt. Die Einheimischen nennen den August denn auch Fogust, sie …

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