

Es gibt Träume, die setzt man besser nicht in die Realität um, sondern lässt sie getrost Träume bleiben. Der Besuch des Grandhotels Heiligendamm ist solch ein Traum, der besser einer geblieben wäre. Ich kannte dieses schlafende Juwel schon aus Wendezeiten, als es traurig, verheißungsvoll, begierig-geduldig auf neues Leben wartend am Ostseegestade vor sich hingammelte. 25 …
Hans Häge (jun.), das waren Geschichten, die die Titelseiten der kulinarischen Fachpresse zieren: Sohn des Dorfwirts entschließt sich, selber auch Koch zu werden, zieht in die weite Welt hinaus, lernt in großen Häusern (nun ja, Lehre bei Frank Widmann in Königsbronn-Zang, dann Chef Saucier im 1-Sterne Feckl in Ehningen, danach noch ein 1 Sterne-Haus im …
Herzen von Ostberlin, nahe dem Alexanderplatz, um die Ecke von Volksbühne und Hackeschen Höfen, fußläufig vom Soho House (man gönnt sich ja sonst nichts), in einem unscheinbaren, grauen, klassizistischen Zweckbau in einer Seitenstraße, dort erwartet The Grand – Restaurant, Bar, Club seine Gäste. Von außen könnte man es Understatement nennen – oder Renovierungsstau. Ebenso innen: …
Die Innenstadt von Bad Hersfeld ist nicht gerade gesegnet mit traditionsreichen, regionalen, anspruchsvolleren Restaurants, um nicht zu sagen, es scheint in dieser Beziehung weitgehend tote Hose zu herrschen. Neben den beiden Restaurants im Hotel Stern, die aber eher gehoben-international ausgerichtet sind, sieht da auf den ersten und zweiten Blick beim raschen abendlichen Gang durch die …
Den ganzen Tag durch den Odenwald gefahren, ich kannte die Gegend überhaupt nicht, trostlose, enge Täler, viel Wald, elende Dörfer, noch nie habe ich so viele geschlossene, aufgegebene Dorfgaststätten und Restaurants gesehen wie im Odenwald, keine Chance, eine gescheite Essens- oder Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Aber was soll’s, hinter dem Odenwald warten das Neckartal und die …
Saarbrücken (nicht freiwillig, dienstlich), Ankunft bei Sonnenuntergang, Innenstadthotel, schnell noch was Essen. Gemmel voll, Stiefel noch immer nicht vertrauenserweckend (obwohl – oder weil? – angeblich saarländische Küche), La Bastille irgendwie keine spontane Lust beim Lesen der Speisekarte (hat sich hier in den letzten Jahren eigentlich irgendwas auf der Karte verändert?) – was soll’s, einfach in …
Gänzlich unauffällig ist der Eingang zum Raskolnikoff mitten in der Neustadt, wenn man es nicht sucht, könnte man glatt an dem unrenovierten, alten, etwas schmuddelig-schäbigen alten Haus vorbei laufen. Aber echte Neustädter kennen das Raskolnikoff sowieso, und Dank zahlreicher Einträge in Reiseführern kommen auch immer mehr Touristen hierher. Die beiden niedrigen Gasträume sind einfach eingerichtet, …
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts anstand der Rothenburger Hof als Gast- und Beherbergungsstätte in der Dresdner Neustadt (die ja– streng genommen – eigentlich die Dresdner Altstadt ist). Bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges legten die Kommunisten ihre Hand auf das alteingesessene Haus, zu Zeiten der kommunistischen Schreckensherrschaft in Ostdeutschland war der Rothenburge Hof ein kurioser …
Mal wieder die die Karl-May-Bar im Taschenbergpalais Kempinski in Dresden: Das ist schon so eine Sache, mit den ersten Häusern am Platze, da wird erstklassiges Geld verlangt, und dafür auch Erstklassiges erwartet, zumal in solch einer erstklassigen Lage, in der sich das Taschenberg in der Dresdner Touristenmeile befindet. Ganz früher einmal, da war das Hilton …
Portorož: Perle an der Slowenischen Adriaküste, mildes Klima, um das noble alte Palace-Hotel (heute ein nettes, aber auch eines der mäßigeren Kempinskis) haben sich entlang der Küste und an den Hängen zahllose Hotels angesiedelt, meist gesichtslose, aber gepflegte 80er- und 90er-Jahre Bauten, die Striezies aus Ljubljana kommen bis heute gerne hier her, es ist quirliger …
Klar, wahrscheinlich gibt es jede erdenkliche Zubereitungsart bereits irgendwo als Rezept niedergeschrieben, so dass jedes (er)neu(t) niedergeschriebene Rezept bereits intrinsisch ein Plagiat ist. Wie dem auch sei, dieses Rezept habe ich mir selbst ausgedacht, das hatte ich so noch nirgends gesehen. Alles begann damit, dass mich beim Frühstück-jagen eines verschneiten Samstag Morgens im Januar beim …
Seit Jahren sind die Kritiken für die Hiša Franko bei Kobarid in Slowenien eigentlich immer die gleichen: geniales Essen, unkompliziertes, wunderschönes Ambiente, extrem freundliche Menschen, flotte und kompetente Bedienung, leicht schmuddlige, aber individuelle Herberge, tolle Umgebung. Seit Jahren nehmen wir auf unserem Weg in den Süden regelmäßig den beschwerlichen, gleichwohl landschaftliche sehr reizvollen Weg über …