Ein wenig Kultur geht immer …
Martini Cocktail extra, extra trocken, gerührt, nicht geschüttelt, Lemon Twist, natürlich keine Olive, mit dem legendären St. George Terroir aus Alameda, Amazon macht’s selbst im nördlichsten Nordhessen möglich …
Martini Cocktail extra, extra trocken, gerührt, nicht geschüttelt, Lemon Twist, natürlich keine Olive, mit dem legendären St. George Terroir aus Alameda, Amazon macht’s selbst im nördlichsten Nordhessen möglich …
Extra trockener Martini Cocktail mit Dicky Bird aus dem benachbarten Lauenförde, gerührt, nicht geschüttelt, mit Lemon Twist und extra kaltem Bareis. Und ja, ich weiß, dass das ein Margarita-Glas ist, aber schon mal versucht, in der Gegend hier oben gescheite Cocktail-Gläser zu erstehen? Und über das verwendete Rührglas verliere ich lieber kein Wort …
Buchmesse, auch dieses Jahr für’n Arsch, ich ärgere mich, dass ich überhaupt hierhergefahren bin. Wo früher der Nabel der Literatur-, Bildungs- und Wissenschafts-Welt war, ist heute nur noch tote Hose. Die paar literarischen Highlights werden in den Medien verdrängt von ein paar Publicity-geilen woken Wort-Wixern, die sich über irgendwas aufregen, was angeblich nicht pc sein …
Summa summarum: große Auswahl von monströsen Schnitzeln, convenience-schwangere Beilagen, ölige Salate, dubiose sonstige Gerichte, suspekte Cocktails, leckeres Rheder vom Fass Es gibt Wirte, die können jede Speisekarte in’s Monströse drehen. Qualität und Wohlgeschmack werden dort durch die schiere Masse erschlagen. Dazu gehört gewiss der Schnitzelkönig in Bad Karlshafen, der sich in der ehemaligen gut bürgerlichen …
Summa summarum: echter Dorfgasthof, seit sechs Generationen im Familienbesitz, irgendwo zwischen historisch gewachsener Authentizität und Renovierungstau, wohnliche, einfache, hinreichende Zimmer mit unbestreitbaren Mängeln, familiäres, ungezwungenes Ambiente, vorwiegend einheimische Gäste, keine Touristen-Abzocke, sehr gutes Frühstück, sehr freundliches Personal, aber davon derzeit viel zu wenig, ziemlich grottige Allerwelts-Küche mit riesiger, konzeptloser Speisekarte, wenig regionalen Gerichten, viel Convenience …
Summa summarum: Gasthof direkt an der Weser in einem alten Barockstädtchen, Siebziger-Jahre Gaststuben, lauschiger Gastgarten am Fluss, modernistische Sammelsurium-Speisekarte ohne eigene Handschrift, auf der zwar oft „regional“ steht, aber kaum traditionelle lokale Gerichte, angetan, ein kulinarisch diverses Mittelklasse-Massenpublikum auf breiter Front zu bedienen, teilweise gute Salate, manche Gerichte frei von Lob und Tadel, viele nur …
Wer den Unterschied zwischen „etwas machen“ und „für etwas brennen“ kennenlernen möchte, der sollte in die Lange Straße 53 nach Lauenförde gehen. Dort entsteht seit Neuestem eine Gin-Destillerie namens Strandwetter. Es ist ein drückend heißer Spät-Juli Samstagnachmittag im Weserbergland. Caro und ich haben uns das Tecta Museum in Lauenförde angeschaut; Tecta sagt wahrscheinlich kaum jemandem …
Summa summarum: wunderschöne Mittelgebirgs-Landschaft, ein kleines Städtchen fernab allen Trubels, doch mit reichlich vielen Ü50-Wander-Touristen, direkt am kleinen Marktplatz ein altes Gasthaus mit nettem Gastgarten unter alten Bäumen, weniger netten Gaststuben und ein paar kleinen, funktionalen, aber gemütlichen Gästezimmern, die leider durch Kirchturmuhr vor dem Haus und viel befahrener Durchgangstraße hinter dem Haus nicht wirklich …
Es ist 23:00 Uhr des Nachts. Ich verlasse den Japan Tower in Frankfurt, ein nobles Geschäftshaus, rote Fassade mit viel Glas, mit 115 Meter Höhe noch einer der Zwerge in der Frankfurter Skyline, gelegen vis-à-vis der Gallusanlage, zwischen Innenstadt, Bankenviertel und Hauptbahnhof, eine Lage on the edge könnte man sagen, auf der einen Seite des …
Summa summarum: schlechtes Hotel mit ungemütlichen Zimmern, ungemütlichen Restaurants, schlechtem Essen, schlechtem Service in einer no go area. Meeting in Frankfurt, die einen kommen mit dem Wagen, die anderen mit dem Zug. „Buchen Sie was Gediegenes, fußläufig vom Bahnhof, mit sicherem Parkplatz, hübschem kleinem Besprechungsraum, ordentlichem Futter, schöner Hotelbar, nettem Zimmer zum Übernachten.“ hatte ich …
Summa summarum: Ein echtes Stück Frankreich im verrotteten Frankfurt mit bodenständiger, authentischer, unverfeinerter, guter französischer Land-Küche zu fairen Preisen, einem kauzigen bis zuweilen ruppigen Patron, stark schwankender Servicequalität, einer netten Auswahl von landestypischen, wohlfeilen Alkoholika in einem nicht zu lobenden, nicht zu tadelnden Ambiente. Eigentlich hatte ich mir ein zentrales Fünf-Sterne-Hotel in Bahnhofsnähe in Frankfurt …
Summa summarum: Gewiss liegt das Hotel zentral und ist gut in Schuss, aber der Deko-Kitsch-Overkill ist enervierend, die Zimmer sind in Ordnung, aber ziemlich teuer, die Küche stolperte bei unserem Besuch von einem Griff in’s Klo zum nächsten, der Service ist meist freundlich und stets bemüht. Das Navi spielt seit geraumer Zeit ziemlich verrückt. Draußen …
In meiner Jugend waren wir wohlhabend (nein, sicherlich nicht reich, aber wohlhabend), während Oma immer sparen musste (nein, sie war auch nicht arm, aber eben auch nicht wirklich wohlhabend mit ihrer kleinen Arbeiter-Rente, die sie bis ins hohe Alter noch immer mit Näharbeiten für bessere Herrschaften aufbesserte). Wir aßen schon im kulinarischen Mittelalter der Sechziger …
Ahle Worscht vom Köhler in Hofgeismar, Gehacktes vom Geschonke in Helmarshausen (zwei alteingesessene nordhessische Metzger, der eine kann dieses besser, der andere jenes, beides ist aber gut von beiden, dennoch kaufe ich dieses prinzipiell von diesem, jenes aber von jenem), Rheder Bier (ok, aus dem benachbarten Westfalen, aber trotzdem Kult), Kommissbrot (100% Roggen) vom Westbomke …