Le Méridien Frankfurt: no go

Summa summarum: schlechtes Hotel mit ungemütlichen Zimmern, ungemütlichen Restaurants, schlechtem Essen, schlechtem Service in einer no go area.

Meeting in Frankfurt, die einen kommen mit dem Wagen, die anderen mit dem Zug. „Buchen Sie was Gediegenes, fußläufig vom Bahnhof, mit sicherem Parkplatz, hübschem kleinem Besprechungsraum, ordentlichem Futter, schöner Hotelbar, nettem Zimmer zum Übernachten.“ hatte ich meiner Sekretärin gesagt. Gebucht hat sie dann das örtliche Le Méridien am Wiesenhüttenplatz. Aus irgendwelchen, sich mir nicht erschließenden Gründen gilt es als Fünf-Sterne-Hotel; die Mutter – der Hotel-Konzern Marriott mit über 30 Hotel-Marken von Ritz Carlton bis Courtyard, über 6.000 Hotels mit 1.200.000 Hotelzimmern in über 120 Ländern, 174.000 Mitarbeitern und 21 Mrd. USD Umsatz das größte Beherbergungsunternehmen der Welt – stuft die Le Méridiens als „Distinctive Premium“ ein, „Unlocking the destination with chic design and cuisine curated for the curious, creative traveler.” Nun gut, das Le Méridien Frankfurt liegt tatsächlich in unmittelbarer Hauptbahnhof-Nähe, der Fußweg dorthin ist gespickt mit gebrauchten Spritzen, fragwürdigen Ladengeschäften, ungleich fragwürdigeren Fress- und Saufspelunken, Müll und marodierenden, bettelnden, lungernden, dealenden, prostituierenden Packs jedweden Geschlechts und jedweder Ethnie, wie man sich halt funktionierendes Multi-Kulti at its best vorstellt. Inmitten dieses Schandflecks liegt verkehrsgünstig das Le Méridien, ein hübsches, stattliches Jahrhundertwende-Gebäude aus rotem Sandstein mit einem modernen, ungleich größeren, funktionalen, grotten-hässlichen Anbau in Plattenbauweise, der so auch in der DDR hätte stehen können, in dem das Gros der funktionalen, geist- und herzlosen Zimmer untergebracht ist, nach vorne blickt man auf den Wiesenhüttenplatz und die örtliche Drogenszene, nach hinten blickt man auf Hinterhöfe und die Banken-Skyline. Auch zu Nicht-Corona-Zeiten sind Frühstück, Restaurant und Bar vollkommen inakzeptabel, für mich ist der ganze Schuppen maximal drei Sterne wert, aber dafür ist er teuer.

Das im Hotel zu Corona-Zeiten angebotene Futter spottet jeder Beschreibung, die Gemütlichkeit des Restaurants und der Bar sowieso. In den Tagungsraum mit Blick auf eine düstre Gasse hat man uns in Cellophan abgepackte vertrocknete Labberbrötchen mit Pressschinken oder mit Billig-Käse aus dem Plastikpack samt verwelkten Salatblättern vom benachbarten Billig-Bäcker gelegt, die Hotelküche darf zu Corona-Zeiten angeblich keine hauseigenen Veranstaltungen catern. Im Hotel-Restaurant wird ein Notprogramm von irgendwelchem Süßkartoffel-Papp und Fertig-Humus-Kleister aus Einweckgläsern angeboten, reguläre Speisekarte gibt es sowieso keine, und schon gar nicht die „Best Ribs in Town“, die auf der hauseigenen Webpage angepriesen werden, überhaupt listet die aktuelle Webpage das gesamte reguläre Futterprogramm des Schuppens auf, aber ein winzig kleiner Hinweis, dass es aktuell von dem Zeugs gar nichts gibt, der fehlt natürlich, wozu auch? Aber einfach raus in die Stadt zum Essen gehen mag man ohne massive Begleitung von Bodyguards nun auch nicht, und schon gar nicht zu Fuß zurückkehren zum Hotel nach Einbruch der Dunkelheit. No go areas, so wollen uns die Systemmedien weiß machen, gäbe es nur in der Dritten und Vierten Welt, Lagos, Rio, Sanaa, vielleicht noch zuweilen in den USA und in Frankreich , aber doch nicht in Deutschland … also für mich ist die Frankfurter Hauptbahnhofgegend zumindest des Nachts eindeutig eine solche no go area. Also Taxi in ungefährlichere Gegenden der Stadt, um Essen zu gehen. Auf meine Frage nach einem gehobenen deutschen Restaurant ohne Massentourismus-Publikum will mich ein unfähiger Rezeptionist – Concierge hat das Le Méridien keinen – in Meyer’s Restaurant und Bar schicken, mit so typisch deutschen Gerichten wie Lachs-Duo aus Tranche und Tatar vom Ikarimi-Lachs, hausgemachten Basilikum-Ricotta-Ravioli oder an der Gräte gebratene Mittelmeer-Dorade, so typisch deutsche Gerichte halt. Ich habe mir dann lieber selber ein Restaurant gesucht, danke auch für diesen tollen Hotel-Service.  Mietdroschken warten vor dem Haus, diesmal ist es ein einsamer Sharan, der Fahrer hat sich schlafend quer durch den Wagen gelümmelt, seine nackten Füße liegen einladend über dem Handschuhfach hinter der Scheibe. Desillusioniert gehe ich zurück in die abweissagende Hotelhalle des Le Méridien und bitte besagten Rezeptionisten, mir einen Wagen eines Limousinen-Services zu bestellen. Der junge Mensch versteht mich nicht, es stünde doch ein Taxi vor dem Haus. Mittlerweile deutlich erbost beginne ich selber in meiner Funke einen Limo-Service zu suchen, und tatsächlich, keine halbe Stunde später steht eine saubere E-Klasse ohne Ethno-Gedudel aus dem Radio mit einem vertrauenserweckenden, des Deutschen mächtigen Fahrer ohne üble Ausdünstungen vor der Tür und fährt mich zügig und sicher aus dieser verrotteten Gegend und bringt mich später, nach einem gar nicht mal so schlechten Abendessen auch wieder in diesen ungastlichen Beherbergungsbetrieb.


Le Méridien Frankfurt
Wiesenhüttenplatz 38
D-60329 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (69) 2 69 70
Fax: +49 (69) 2 69 78 84
Online: https://www.marriott.com/hotels/travel/framd-le-Méridien-frankfurt/

DZ/ÜF 153 € bis 533 €

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top