Das Pupp und ich oder warum ich traurig bin. (8/8)

Dann kam der Untergang des Ostblocks, Grenzöffnung, West-Annäherung, freie Wechselkurse. Vorbei war es mit dem spottbilligen Leben im Pupp, auch die Einladungen meines Vaters dorthin nahmen angesichts der zunehmenden Kosten zusehends ab. Für junge Familien mit Kindern, wie wir dann recht bald, sind Grandhotels ohnehin nichts, nicht nur aus Kostengründen. Kleine Kinder sind in der …

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Das Pupp und ich oder wie wir meiner Großmutter ihren Traum ließen. (7/8)

Teil 1: Es muss kurz vor dem Ersten Weltkrieg gewesen sein, die Donau-Monarchie noch in vollem Gange, Karlsbad einer der angesagtesten Hotspots nicht nur des gesamten Habsburger Reiches, sondern ganz Europas von Moskau bis Lissabon, von Istanbul bis Edinburgh, hier traf sich, was Rang und Namen hatte, und was keinen Rang und Namen hatte, das …

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Das Pupp und ich oder wie meine Schwester ihren Ex-NVA-Offizier heiratete und ich nicht dabei war. (6/8)

Zum Ende des Ostblocks, in den späten siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, Lech Wałęsa saß wegen Gründung der Freien Gewerkschaften Pommernsin Haft und sollte sich nach seine Freilassung  im August 1980 zum Streikführer in Danzig aufschwingen, Leonid Breschnew beherrschte die Länder  hinter dem Eisernen Vorhang mit ebenso eiserner Hand, Michail Sergejewitsch Gorbatschow wurde Kandidat des …

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Das Pupp und ich oder warum man sich bei Huren vorab nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Währung einigen sollte. (5/8)

Eines schönen Tages in den späten Siebzigern, ich war gerade 18 geworden und hatte meinen Führerschein, lud mich mein Vater ein / forderte mich auf, ihn mit seinen Kumpels auf eine Tour in die Tschechoslowakei zu begleiten, es werde auch keine Nostalgietour zum ehemaligen Hof und zur alten Schule. Es wurde tatsächlich keine Nostalgietour, relativ …

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Das Pupp und ich oder wie das Wirtschaftswunder sich selber feierte. (4/8)

Nach 1945 hatte es sich in unserer Familie aus nahe liegenden Gründen erst einmal ausgepuppt. Vertreibung, wieder Fuß fassen, Essen besorgen, Quartier machen, Job finden, Entschädigungsansprüche anmelden, Haus bauen, zurück in die Normalität kämpfen, dann gleich auch heiraten, wie selbstverständlich Kinder zeugen (ich bin eines davon), neue Existenz aufbauen … das alles dauerte locker bis …

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Das Pupp und ich oder wie meine Urgroßtante ihre Ehre verlor und mein Urgroßvater ein Kind gewann. (3/8)

Nicht nur mein Taufpate arbeite im Pupp, vor ihm, am Ende des vorletzten Jahrhunderts, schaffte dort bereits eine andere Verwandte, eine Nichte meines Urgroßvaters (und das müsste, wenn ich die Genealogie richtig verstehe, meine Urgroßtante gewesen sein), nicht etwa sprachbegabt als Kellnerin, sondern ganz banal und bodenständig als Zimmermädchen.  Ich weiß noch nicht einmal, wie …

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Das Pupp und ich oder wie mein Taufpate seinen Job verlor. (2/8)

Aber es geht hier weder um Daniel Craig noch um James Bond, es geht um meine ganz persönliche Beziehung zum Grandhotel Pupp in Karlsbad, und die begann lange vor meiner Geburt. Der Standerer Franz (eine sudetendeutsche Eigenart, Vor- und Nachnamen zu vertauschen, eigentlich hieß er Franz Standerer), Sudetendeutscher mit slowenischen Wurzeln aus der Gegend von …

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