Kategorie: Restaurant- und Hotelkritiken
Nichts Neues aus Nürnberg: der Guldene Stern
Summa summarum: älteste Bratwurstkuchl der Welt mit durchschnittlicher Küchenleistung mit Fokus auf Bratwürsten, in jedem Reiseführer zu finden und daher entsprechend voll mit Touristen aus aller Herren Ländern Ganze zehn Jahre ist es nun her, dass ich das letzte Mal im Guldenen Stern in Nürnberg war. Caro hatte gelesen, dass dies angeblich die älteste Bratwurstküche …
Lamm Wangen: wie früher unverändert sehr gut
Summa summarum: auch nach dem Pächterwechsel ein gut besuchter Garant für sehr solide typisch schwäbische Hausmannskost Gerad drei Jahre ist es her, dass die langjährigen – sehr beliebten und erfolgreichen, sollte man hinzufügen – Wirtsleute des Lamms in Wangen, Rosemarie und Franz Christberger ihren Rückzug ankündigten, um in den verdienten Ruhestand zu gehen. Lange Zeit …
Caro hat zum Essen eingeladen
Ich wähnte das Ende des christlichen Abendlandes – was rede ich: der menschlichen Zivilisation, des gesamten Planeten unmittelbar bevorstehend. In mein Postfach war kommentarlos eine Einladung geflattert, eine Einladung zum Abendessen, eine Einladung zum Abendessen von Caro in ihr Frankfurter Penthaus. Wenn zwei Dinge wirklich nicht zusammenpassen, so sind es Teufel und Weihwasser und Caro …
Thüringer Hof Leipzig: urige, authentische Atmosphäre, enttäuschende Küche, große Portionen
Summa summarum: Uriges, alt scheinendes (tatsächlich aber 1948 aus gegebenem Anlass wieder aufgebautes), gemütliches, einfaches Wirtshaus direkt in der Leipziger Innenstadt und doch abgelegen vom größten Touristenrummel, auffällig viele einheimische Gäste, freundlich-launisch-flottes, unterbesetztes Personal, gut-bürgerliche, rustikale Speisekarte fast ohne zeitgeistige Spinnereien, aber viele kulinarische DDR-Reminiszenzen, sehr einfache, für uns unbefriedigende Küchenleistung mit großen bis riesigen …
Motel One Leipzig-Post: Place to be
Summa summarum: Wie eigentlich alle Motel Ones funktionales, ordentliches, einfaches Hotel in zentralster Innenstadtlage mit sehr kleinen, aber hinlänglichen Zimmern und winzigen Bädern, sauber, alles in Schuss, gepflegt, freundliches, flottes Personal, ausreichendes Frühstück, zu Stoßzeiten etwas crowded, dazu eine hübsche Dachbar mit Terrasse und grandioser Aussicht über Leipzig, das ist ein place to be, auch …
Neulich, in der Gosenschenke in Leipzig
Summa summarum: Sehr schönes, historisches Gasthaus mit wundervollem Biergarten mitten in der Stadt, und doch abseits vom Touristenrummel, große, in weiten Teilen an DDR-Zeiten erinnernde Speisekarte, gewöhnungsbedürftiges, aber leckeres Bier, freundliche Einheimische. Mal wieder zwei Tage in Leipzig. Für den ersten Abend ist bei dem herrlichen Wetter die Gosenschenke Ohne Bedenken einfach gesetzt, hier trank …
Die Pupp-Torte
Die legendäre Pupp-Torte, über 300 Jahre altes Rezept, mit dem Johann Georgs Pupp seine Hotel-Dynastie begründete, Biskuite, reichlich Becherovka (der örtliche Kult-Kräuterlikör), Kokos, Aprikosenmarmelade, Schokoladen-Glasur, dazu Sahne mit Aprikosen-Coulis. Sie sieht zwar hübsch aus, aber ich mag sie nicht.
Mit Julchen mal wieder im Pupp
Ach, das Pupp: die Reservierungsabteilung zwei Tage lang telephonisch nicht erreichbar, direkt an der Idiotenrennmeile Karlsbads gelegen, das SPA ist klein und im Keller, Außenpool gibt’s keinen, das Frühstück ist lieblose Massenabfütterung, bis auf die Terrasse des Cafés Pupp direkt auf der Hotelvorfahrt es gibt keine Freisitze, das Hauptrestaurant unter Ondřej Koráb ist nicht der …
Bären Randersacker: Abbitte
Vor zweieinhalb Jahren war ich das erste Mal im Bären in Randersacker. Damals urteilte ich zusammengefasst: schönes, historisches Gebäudeensemble, sehr uriger, gemütlicher Gasthof mit heimeligem Gastgarten, regionale, Convenience-freie Karte, sehr ordentliche, bodenständige Küchenleistung, nette heimische Weinkarte, ausgesprochen freundliche Menschen, nur an meinem Zimmer bemängelte ich weiland, dass es besser gepflegt und geputzt sein könne. Das …
Zum Hirschen in Würzburg-Lengfeld: weitgehend enttäuschend
Summa summarum: enttäuschend. Reise von der Mitte Deutschlands in den Süden, sechs hektische, verfluchte Stunden auf der Autobahn oder zehn, elf entspannte Stunden im offenen Cabrio auf Landstraßen, zum Glück habe ich mittlerweile reichlich Zeit, wenn die Handwerker mich bei meinem Hausumbau nicht piesacken. Halbe Strecke ist in etwa der Weißwurstäquator, warum also nicht mal …
Hotel Weidenbrück in Swisttal: viel Licht, ärgerliche Schatten
Summa summarum: hübscher, properer Landgasthof/Hotel irgendwo im Nirgendwo zwischen Rhein und Eifel, unromantisch in einem Wohngebiet gelegen, tadellose, gepflegte Zimmer, gediegene, moderne, nicht überladene Gaststuben, legere Terrasse mit Lounge, kleines SPA, durch die Bank weg sehr freundliches, aufmerksames und meist kompetentes Personal, überschaubare, anspruchsvolle, überwiegend traditionell-deutsche Speisekarte, viele sehr gut gemachte Gerichte, tolles Frühstück, und …
Storchen Windsheim: gelebte Tradition
Summa summarum: Nettes Drei-Sterne-Gasthaus in der Stadtmitte von Bad Windsheim mit grundehrlicher, heimatverbundener, traditioneller, unverkünstelter Küche Dieses Bad Windsheim lässt mich ambivalent zurück. Einerseits ist es für mich offensichtlich, dass eine halbwegs hübsche, umzerbombte, mittelalterliche Altstadt, ein mit viel Geld hochgezogenes Freilandmuseum, eine moderne Therme auf der grünen Wiese und die Nähe zu einer kaufkraftstarken …
Höhn Memmelsdorf – die Erfindung der deutschen Gastwirtschaft 2.0
Summa summarum: moderne traditionelle fränkische Brauereigaststätte mit komfortablen Zimmern, zeitgemäßem, aber nicht beliebigem Design, sehr gutem gutbürgerlichem Essen fast ohne Spinnereien und sehr netten Menschen und Robotern Mainfränkisches Idyll, Schloss, Orangerie, Karpfenteiche, malerische kleine Täler, sanfte Hügel, Ausläufer von Weinbergen, Streuobstwiesen, alte, propere, doch unspektakuläre Städtchen und Dörfer, verkehrsberuhigte Ortsmitten, ÖPNV-Busse nach und von Bamberg …
Schild am Pissoir im Münchner Augustiner Garten
Neumanns Bistro & Weinbar in St. Georg: schwach begonnen, formidabel gesteigert
„Hamburg?“ fragt Caro in ihrer direkten Art am Telephon, ohne vorherige Begrüßung oder so. „Habe ich eine Wahl?“ versuche ich, mit gespielt resignativem Unterton zurückzufragen; tatsächlich aber freue ich mich, doch das muss sie ja nicht gleich merken, ich sitze in meinem hide out mitten in Deutschland und schlage mich mit Wärmepumpen-Kostenvoranschlägen, Energieberatern und Handwerkern …

