Die Kälberhalle in Augsburg: Wahrlich ein  Benchmark in Sachen schlechtem Essen und schlechter Bedienung

Dass Fatmir und Faton Seferi, die seit 2015 Pächter der Kälberhalle auf dem alten Augsburger Schlachthofgelände sind, die Gaststätte kulinarisch herabgewirtschaftet hätten, kann man nun wirklich nicht sagen. Die Gastronomie in der Kälberhalle war schon immer miserabel, und dieses Niveau haben die Kosovaren-Brüder mit Bravour gehalten. Natürlich waren wir schon 2011, kurz nach der Eröffnung in der Kälberhalle, das Essen war schlecht, die Bedienung miserabel. Seit dem waren wir im Zwei-Jahres-Rhythmus immer mal wieder dort, mit unverändertem Ergebnis. Und jetzt neulich, Mittwochabend, kurz vor sechs, die letzten warmen Sonnenstrahlen bescheinen die hintersten Ecke des durchaus hübschen Biergartens vor dem Gebäude, zwei Tische sind hier besetzt, drinnen, in der großen Halle, vielleicht ein Dutzend, sonst gähnende Leere. 10 Minuten Studium der abgegriffenen, leicht schmuddeligen Speisekarten, ohne dass wir von einer der Servicekräfte, die an den anderen beiden besetzen Tische vor dem Haus das Bier servieren, wahrgenommen, geschwiege denn mit der Frage nach unseren Wünschen belästigt würden. Schließlich gehe ich in die fast leere Halle, die beiden besagten männlichen Servicekräfte in Gewändern, die bei besoffenen Italienern oder kulturfernen Amis vielleicht als so etwas wie „heimische Tracht“ durchgehen würden, lungern hinter’m Schanktresen herum und glotzen in ihre Funken. Schließlich kommt dann eine lustlose Person angeschlurft, um lustlos nach unserem Begehr zu fragen, dies lustlos in ein mobile device zu tippen und wieder lustlos davonzuschlurfen.

Irgendwann bekommen wir Humpen heimatlosen Bieres, gewiss nicht in der Schau-Mikro-Brauerei in der Kneipe hier gebraut, sondern irgendwo im Oetker-Konzern (der weiland die alte Hasenbrauerei gekauft, komplett platt gemacht und stattdessen das alte Innenstadt-Fabrikgelände mit teurer Luxus-Wohnbebauung verwertet hat), vielleicht bei Tucher in Nürnberg, vielleicht in Radeberg, vielleicht sonst wo, tut aber auch nichts zur Sache, Hasenbräu war schon immer nicht sonderlich gut, und dieses Qualitätsniveau bekommt auch der anonyme Getränke-Multi hin, das Pils ist noch dazu der lacke Nachtwächter, wohl das erste, abgestandene Glas, dass heute aus der Leitung gezapft wurde.

Kälberhalle, Augsburg, Hasenbräu

Das Futter ist sehr schnell abgehandelt. Flädlesuppe: dünnes Wassersüppchen mit geschmacklosen, aufgequollenen Teigstreifen. Gebackener Camembert: Fertigware aus der Fritteuse. Schweinshaxe: fleischig, durchgebraten, Haut nicht knusprig, sondern ledern-zäh, selbst mit dem Steak-Messer nicht zu schneiden, die Soße hellbraun-mehlig-säuerlich-salzig, ansonsten eher geschmacksneutral bis abstoßend, dieselbe Soße, die’s zum Schweinebraten gibt, mit ziemlicher Sicherheit ebenfalls aus der Convenience-Tüte, keinesfalls aus dem Braten-Reindl, Kartoffelklöße zäh-klebrige Convenience-Ware mit was trockenem Grünen garniert. Wiener Schnitzel: pappige, weißlich-leicht-bräunliche Panade, nicht knusprig, nicht abgehoben, sondern am Fleisch klebend, das Fleisch zäh mit Sehnen, sehr dunkel für „Kalbfleisch“, lauwarm, der hausgemachte Kartoffelsalat („Den machen wir in unserem Schwesterbetrieb in den Zeughausstuben jeden Tag frisch für alle unsere Lokale.“, hatte der lustlose Kellner gesagt.) ölig, zerkochte Kartoffelbatzen, penetrant nach Curry  schmeckend. (Warum in Dreiteufelsnamen Curry, fragen wir uns!) Krustenschweinebraten: lauwarm, winziges Stücklein Kruste extra auf dem Teller, selbe abstoßende Sauce und Kartoffelknödel wie bei der Schweinshaxe, schleimiges Blaukraut. Dampfnudeln und Apfelstrudel zum Dessert: aufgewärmtes Convenience-Zeugs mit penetrant nach Vanillin schmeckender Soße. Bedienung: unter aller Kanone.

Kälberhalle, Augsburg, Hasenbräu

Kälberhalle GmbH & CO. KG
Geschäftsführer: Fatmir und Faton Seferi
Berliner Allee 36
86153 Augsburg
Tel.: +49 (8 21) 65 07 07 70
E-Mail: info@kaelberhalle.de
Internet: www.kaelberhalle.de

 

Hauptgerichte von 6,90 € (Schweinsbraten, Kartoffelknödel, Blaukraut) bis 22,90 € (Rib-Eye Steak, Gemüse, Ofenkartoffel), Drei-Gänge-Menue von 15,20 bis 33,70 €

 

Das sagen die Anderen:

Guide Michelin (Booktable) Inspektoren: n.a.
Guide Michelin (Booktable) Gästebewertungen: 4 von 5 Punkten (bei 256 Bewertungen)
Gault Millau: n.a.
Gusto: n.a.
Schlemmer Atlas: n.a.
Feinschmecker: n.a.
Varta: 0 von 5 Diamanten (Restaurant)
Holidaycheck: 5 von 6 Sternen (bei 1 Bewertung)
Yelp: 3,5 von 5 Sternen (bei 44 Bewertungen)
Tripadvisor: 3 von 5 Punkten (bei 110 Bewertungen)
Google: 3,5 von 5 Sternen (bei 303 Bewertungen)

Teile diesen Beitrag:

One comment

  1. Reinhard Daab

    Es bleibt wohl ein Rätsel wie man sich in solch einer Bahnhofshalle, welche sich Kälberhalle nennt, wohlfühlen könnte. Wenn man die abgebildeten Speisen sieht, könnte man geradezu das kotzen kriegen. Aber in Deutschland ist es offenbar kein Problem solch einen unzumutbaren Mist zu servieren, dann gibt es sogar Leute die das auch noch gut finden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top