2.500!

Heute ist Jubiläum. Am 20. Dezember 1997 habe ich den ersten Beitrag auf opl.guide gepostet, eine Menue-Karte eines österreichischen Spätherbst-Mahls bei uns im Hause. Seitdem ist opl.guide auf 2.500 Beiträge mit 6.008 Photos angewachsen. Pro Tag klicken mich mittlerweile regelmäßig 1.200 bis 1.500 Leser, bei manchen Posts werden es aber auch mal 5.000 und mehr. Danke dafür an alle treuen und auch gelegentlichen Leser, Danke für Eure Zeit und Euer Interesse. Ich weiß, dass ich oft langatmig, ausschweifend, verschachtelt, kompliziert, altfränkisch, zuweilen auch derb schreibe, aber das ist nun mal mein Stil. Ich liebe Sprache und habe keine Lust, meine Sprache woke zu kastrieren oder mich in witzigen, mehr oder minder originellen Videos zum allgemeinen Kochclown zu machen, opl.guide bleibt auch in Zukunft videolos, es gilt das geschriebene Wort. Und opl.guide bleibt auch frei von Werbung und Sponsoring-Partnern. Jedes Schnitzel und jedes Hotelzimmer, über das ich hier schreibe, habe ich selber bezahlt, daher kann ich mir frank und frei die Freiheit herausnehmen, auch mal zu nörgeln, ich schreibe niemandem nach dem Munde und muss auch niemandem nach dem Munde schreiben. Dabei versuche ich, halbwegs objektiv zu bleiben, „hat mir nicht geschmeckt“ ist kein hinlängliches Kriterium für eine faire Kritik, eine Hirnsuppe könnte nach allen Regeln der Kochkunst perfekt zubereitet sein, sie würde mir trotzdem nicht schmecken. Aber „Schnitzel nicht aus der Pfanne, sondern aus der Fritteuse“, „Salat verwelkt oder aus dem Convenience-Eimer“, „Steak nicht medium, sondern totgebraten“, „Hollandaise aus der Tüte“, „Schimmel im Bad“, „Matratze durchgelegen“, das sind alles objektive Tatsachenbeschreibungen, die genannt werden können und sollten; dazu liefere ich nach Möglichkeit Bilder (zugegeben, schlechte Bilder aus der Funke, ich bin kein Photograph). Dennoch – oder gerade deswegen – erreicht mich zuweilen ein böser Einschreibebrief eines noch böseren Rechtsanwalts im Auftrag eines auf Krawall gebürsteten Wirts, über dessen Haus ich geschrieben habe, aber bisher konnten ich und mein Anwalt (auch der ist teuer und ich bezahle ihn selber, just for fun) alle Beschwerden und hochnotpeinlichen Drohungen abwehren, ich habe keinen Post nachträglich gelöscht oder abgeändert – bis auf einen einzigen, „diesen Dreck kann man wirklich nicht fressen“ ist offenbar eine Formulierung, die selbst von der Meinungsfreiheit nicht gedeckt ist. Ich verlinke meine Beiträge auch nicht mehr auf Google, das kostet meinem Blog zwar Reichweite, aber kritische Kritiken werden auf Google mittlerweile immer öfter gelöscht, mit Google darüber diskutieren zu wollen, dass ein Beitrag tatsächlich keine der Google-Richtlinien verletzt (maximal das Ego eines Wirts), hat keinen Zweck, man erhält nur schematische Antworten einer dumpfen KI, mit einem richtigen Menschen konnte ich mich noch nie bei Google auseinandersetzen (arbeiten da überhaupt noch Menschen, oder ist Google eine einzige, riesige KI, frage ich mich). Doch mit der Zeit habe ich gelernt, subtiler und wahrscheinlich auch milder zu schreiben, heutzutage Wirt zu sein ist gewiss keine leichte Aufgabe, und die sind es schließlich, die uns füttern und beherbergen. Doch auch da gibt es solche und solche.

Über Euer Feedback freue ich mich immer, sowohl zu einzelnen Posts als auch zu meinem Blog selber. Gibt es Themen, die Euch besonders interessieren? Was kann ich besser machen? Möchte vielleicht jemand hier mitmachen?

Herzlichst, Euer
Eberhard Opl

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