Suppe von grünen und gelben Stangenbohnen mit Hack und Tomate

Spätsommer, das war bei uns daheim immer auch Erntezeit im Garten, Beeren im Überfluss, eigene Kartoffeln, Möhren, vor allem auch Tomaten und Stangenbohnen. Was sich heutzutage vielleicht ein wenig wie Anacreon anhören mag, hieß weiland – nach Umgraben und Säen im Frühling und unermüdlichem Gießen und Jäten im Frühsommer – wenigstens jeden zweiten Tag ernten, runter in den verhassten Garten und zupfen was das Zeugs hält. Und dann lösten sich auf dem Tisch vegetarische Bohnensuppe, Bohnensuppe mit Fleisch, Gemüseeintopf mit Bohnen, Bohnengemüse, Bohnensalat und weiß der Geier was sonst noch ab; nur ein Bohnen-Dessert hat meine Mutter – entsinne ich mich recht – nicht zustande gebracht. Und was wir nicht verzehren konnten – und das war reichlich, Dank der fruchtbaren nordhessischen Erde und der erzwungenen, vielleicht nicht liebevollen, so doch reichlichen Pflege und Zuwendung – wurde penibel geputzt, vorgeschnippelt, portioniert und eingefroren oder –gekocht, auf das uns der Bohnensegen bis in den kommenden Sommer begleiten mochte. Zumindest ging man damals nicht im März in den Supermarkt, um Bohnen von Weiß-der-Geier-woher zu erstehen, man ging in den eigenen Vorratskeller und holte eine Einmachglas bzw. einen Gefrierbeutel eigener Bohnen zum Kochen.

Zutaten (für ca. 8 Portionen bzw. 4 Portionen zum sofort Essen und 4 Portionen zum Einfrieren):

  • 1,5 kg Hackfleisch halb und halb
  • Etwas Olivenöl
  • 500 g Gemüsezwiebeln
  • 2 gehäufte Essl. Tomatenmark
  • 1 l Rinds- oder Gemüsesuppe
  • 750 g beste, geschmackvolle, frische, geschälte Tomaten oder 500 g beste Dosentomaten (e.g. geschälte San Marzano)
  • 750 g grüne Stangenbohnen
  • 750g gelbe Stangenbohnen*
  • 750 mehlig kochende Kartoffeln + Eine
  • Reichlich Bohnenkraut (150 g wenigstens, die doppelte Menge schadet auch nicht), mit Küchengarn fest zum Bund zusammengebunden
  • Paprika rosenscharf und edelsüß
  • Pfeffer, Salz
  • Schmand / Crème fraîche

Zubereitung:

  • Hackfleisch in einem großen Topf in wenig Öl bei großer Hitze anbraten, bis es krümelig wird und ganz leicht bräunt**
  • Geschälte und klein geschnittene Gemüsezwiebeln dazu geben, mitbraten lassen, bis sie glasig werden
  • Hack mit Pfeffer und Salz kräftig würzen, durchrühren, Hitze etwas reduzieren
  • 5 gehäufte Essl. Paprika edelsüß, 1 gehäufter Essl. Paprika rosenscharf, 2 gehäufte Essl. Tomatenmark auf das Hack geben, zügig und gut durchrühren
  • Nach 30 Sekunden (sonst verbrennt das Paprikapulver!) mit Suppe ablöschen, Bodensatz loskochen, gut aufkochen lassen, zum Bündel zusammengebundenes Bohnenkraut und geschälte frische oder Dosen-Tomaten dazu geben, aufkochen lassen, ca. 20 Minuten köcheln lassen (frische Tomaten evtl. – je nach Konsistenz und Reife – etwas länger)
  • Während dessen Kartoffel waschen, schälen, in mundgerechte Stücke schneiden; Bohnen waschen, Spitzen und Stielansätze abschneiden, in mundgerechte Stücke schneiden.
  • Zuerst Kartoffeln und grüne Bohnen zur Suppe geben, unterrühren, kurz aufkochen lassen, 5 Minuten köcheln lassen
  • Nach 5 Minuten die gelben Bohnen dazu geben, aufkochen lassen, nochmals alles 15 bis 20 Minuten köcheln lassen (Bohnen probieren, wann sie fast weich sind); wenn der Eintopf zu flüssig ist, ca. 10 Minuten vor Abschluss der Garzeit eine große, geschälte, mehlige Kartoffel mit der Brei-Reibe in die Flüssigkeit reiben und mit köcheln lassen, bindet hier besser als jeder Mehlpamp
  • Eintopf final abschmecken, Bohnenkraut-Bündel rausfischen, servieren, bei Tisch kann sich jeder nach Geschmack einen mehr oder minder dicken Klecks Schmand oder Crème fraîche auf den Teller geben; dazu passt Baguette, ungleich besser aber leicht säuerliches Roggenbrot

 

* Es gehen auch problemlos 1,5 kg nur grüne oder nur gelbe Bohnen.

** Falls das Hack in der eigenen Flüssigkeit köchelt, dringend den Metzger wechseln.

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