Sachen gibt’s: ein Zahlautomat

Vor ein paar Tagen habe ich mich hier darüber aufgeregt, dass eine Fleischereiverkäuferin vor meinen Augen mit ein und denselben Handschuhen Hackfleisch, Geld, Käse und Schinken betatscht hat. Und jetzt komme ich in meine Lieblings-Boulangerie in Augsburg (La Boulangerie, Elsenbornstraße 3, 86161 Augsburg – und nein, ich bekomme kein Werbegeld von denen), dort stehen neuerdings unter der Kasse an der Zahltheke zwei hüfthohe schwarze Kästen, die aussehen wie zu groß geratene Standcomputer. Der Rechte hat oben einen Schlitz, in den man Geldscheine schieben kann (was überraschend problemlos geht), darunter einen weiteren Schlitz, aus dem Geldscheine als Wechselgeld wieder herauskommen, der Linke hat oben eine trichterförmige Öffnung, in die man Hartgeld werfen kann, darunter dann noch eine Schale, in die Wechselgeld fällt. Man kauft sich also seine Croissants, Pain au chocolat, Baguettes und was die guten Leute sonst noch so an Köstlichkeiten zu bieten haben, die nette Verkäuferin packt die Ware mit bloßen Händen in Tüten (kein Problem damit, ist ja nicht giftig die Frau, und rohes Fleisch ist auch keines dabei), tippt sodann die Preise in die Kasse und auf einem Display erscheint der Endpreis, den ich als Kunde zu zahlen habe. Der Clou ist nun aber, dass ich mein Geld (und Geld ist zwar nicht in der Regel nicht gerade giftig, aber aufgrund der vielen Hände, durch die es seinem Wesen gemäß ständig geht, extrem unhygienisch, Dreck-, Bakterien-, Viren- und Was-weiß-ich-noch-behaftet) zur Bezahlung selber in Schlitz und Trichter bugsiere und auch mein Wechselgeld maschinell zurück erhalte, ohne dass die nette Verkäuferin es anfassen müsste. Und noch während ich mein Wechselgeld verstaue und meine frisch erstandenen Backwaren zusammenraffe bedient die Verkäuferin mit flinken, bloßen, sauberen Fingern den nächsten Kunden. Toll. Im Allgemeinen bin ich ja gegen staatliche Regelungen und Gängelungen. Aber von mir aus könnten solche Automaten in allen Läden, in denen mit offenen, unverpackten Lebensmitteln hantiert wird, Pflicht werden. Vielleicht nicht in der kleinen Zwei-Mann-Landbäckerei, wo ein schwer arbeitender Bäcker um 03:00 Uhr den Backofen anwirft und seine Frau ab 06:00 Uhr im Ladengeschäft steht, um der Landbevölkerung Brot und Brötchen zu verkaufen, aber all die großen Bäckerei-Ketten und Filial-Metzger könnten dererlei Investition in die Ladenhygiene gewiss schmerzlos verkraften.

P.S.: Und – wie der Anwalt Carsten R. aus A. nach lesen des Beitrages ganz richtig bemerkte – deutlich mehr Sicherheit vor Räubern bietet solch ein Kasten ebenfalls.

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