Klosterbräu Bergen: schönes Hide-Out beim Urdonautal, neuerdings mit bösen Patzern in der Küche

Summa summarum: schönes, komfortables, nicht überkandideltes, legeres Landhotel, angenehmes Ambiente, freundliches Personal, bisher eigentlich immer solide, gekonnte, gehobene gut-bürgerliche Küche ohne Mode-Schnick-Schnack, mit zuweilen erfreulichen Ausreißern nach oben, bei den letzten beiden Malen allerdings nur mit reihenweise Ausreißern nach unten.

Es ist einer der ersten schönen Samstage im Jahr, eigentlich wollte ich nur kurz in’s Büro und dann in mein persönliches hide out in der Oberpfalz, 3 Stunden Fahrt im Kabrio über Landstraßen, dann Pool, Dampfbad, Sundowner auf der Terrasse, danach Schlemmen, Absacker an der Bar, eigentlich ein guter Plan. Statt dessen sitze ich bis 16:00 Uhr am Schreibtisch, Caro ist ob der Verzögerung ziemlich sauer beim Shopping, aber zum Glück gibt es immer einen Plan B, in diesem Fall das Romantik-Hotel Klosterbräu in Bergen bei Neuburg an der Donau, eine gute Stunde nördlich von München, nicht ganz so schön wie mein hide out in der Oberpfalz, aber auch ganz schön.

Klosterbräu, Bergen, Neuburg

Wenn man nicht gerade von Feierabend-Hektik und angesäuerter Caro getrieben wird, so lohnt es sich durchaus, zuerst die Landschaft rund um das Hotel zu erkunden. Die Donau selber, träge, braun, unschiffbar dahinfließend,  ein paar sumpfige Auwälder, Staustufen, hier und da ein paar Schlösslein oder sogar gestandene Schlösser, eine sowas von unspektakuläre, kaum sichtbare Lech-Mündung,  Felder, Wiesen, Waldstücke, Bauerndörfer, nun ja. Neuburg an der Donau selber, ebenso nun ja, hübsche historische Altstadt mit beindruckendem Schloss mit bedeutenden Kunstsammlungen, nur ist die hübsche historische Altstadt weitgehend verwaist, kaum noch Geschäfte, ein paar Touristen-Lokale, sonst tote historische Hose, der lebendigste Platz in der Altstadt ist wohl die – bis heute in Betrieb befindliche – Justizvollzugsanstalt in den alten Gemäuern; das Leben findet hier statt in der städtebaulich eher weniger ansprechenden Unterstadt unter dem Schloss, darum herum allerlei alte Bauten, Lustschlösslein, Gärten, ein Fliegerhorst, alles ganz hübsch, aber nur an einem sehr verzweifelten Sonntag einen Ausflug wert. Weitaus schöner und interessanter finde ich da das Urdonautal, denn die Donau ist keineswegs schon immer durch Neuburg an der Donau geflossen, bis zur Würm-Eiszeit – also vor 80.000 Jahren, die ersten Menschlein tummelten sich damals wohl schon in der Gegend – floss die Donau nach ihrer Vereinigung mit den Lech nicht nach Osten, sondern stur nach Norden, bis in’s heutige Altmühltal, und bog erst dort gemeinsam mit der Altmühl Richtung Osten ab. Was davon übrig geblieben ist, ist das sogenannte Donau-Urstromtal  zwischen Rennertshofen und Dollnstein, 20 Kilometer mit einer ganz eigentümlichen Landschaft, im Süden begrenzt von Donau mit Donau-Radweg samt ebike-gepimpten rasenden Radler-Rentner-Rotten, im Norden begrenzt von Altmühl mit Altmühl-Radweg, ebenfalls samt ebike-gepimpten rasenden Radler-Rentner-Rotten, dazwischen weitgehend Ruhe und Abgeschiedenheit, nur die Kaolinit-Laster donnern zuweilen durch das idyllische Tableau, ein breites, gewundenes Tal, man kann noch direkt die alten Flussschleifen nachvollziehen, Kalkfelsen, karge Wacholderwiesen an den Hängen, fettes Ackerland im Tal, hier und dort Überreste einer Burg, wenig Siedlungen, es ist schön und still hier.

Klosterbräu, Bergen, Neuburg

Östlich des Urdonautals wird die Landschaft hügelig und bewaldet, hier liegt in einer tatsächlich recht romantischen Talsenke Bergen, ein kleines Bauerndorf mit einer ziemlich imposanten Wallfahrtskirche, das dazu gehörige Benediktiner-Kloster ist längst im Laufe der Geschichte verschwunden. Geblieben ist ein massiges, irgendwie disprortionales Gotteshaus mit Bausubstanz von der Romanik bis ins 18. Jahrhundert; man betritt die Kirche durch einen massigen Wehrturm, der wie ein italienischer Campanile auf der Südseite den Haupteingang der Kirche bewacht, dahinter findet sich ein sehr gut erhaltenes, ebenfalls romanisches Portal einer viel älteren Kirche, und erst dann tritt man in den eigentlichen Kirchenraum, der in krassem Gegensatz zur Nüchternheit des Außenbaues lichtdurchflutet und im schönsten Rokoko-Stil ausgestaltet ist. Da kribbelt es selbst bei nicht gläubigen Menschen irgendwie im Bauch.

Klosterbräu, Bergen, Neuburg

Ebenfalls geblieben vom verschwundenen Kloster ist die ehemalige Brauerei direkt vor der Kirche, in der die Familie Böhm seit 274 Jahren mittlerweile in der zehnten (!) Generation den Gasthof Zum Klosterbäu betreibt. Langgestrecktes, zweigeschossiges Hauptgebäude in einem ulkigen Beige-Rosa-Lila gestrichen, verschiedene, alte, niedrige, etwas düstere, aber gepflegte, urige Gasträume und eine kleine Hotel-Rezeption, offene Küche, dahinter ein alter Kreuzgang samt Brunnen mit Flusskrebsen, ein mächtiges Tonnengewölbe als Lounge und Frühstücksraum, Festsäle und Seminarräume in den alten Wirtschaftsgebäuden, modernere, aber architektonisch nicht störende Anbauten mit Gästezimmern, ein romantischer Innenhof mit Obstbäumen, Dreschtenne und Tischen, in der alten Tenne hinter dem Anwesen wurde gerade ein kleines Spa gebaut mit Dampfsauna (Badekleidung ist Pflicht, weil altes Kloster, kein Schweinskrams!), einem Riesen-Whirlpool mit 36° Wassertemperatur, einem Außenbecken, daneben entsteht gerade ein kleiner Natur-Badesee und wohl noch allerlei anderes, dazu der Ausblick auf Wallfahrtskirche und Klostergarten, erfreulich viele Kinder, aufgeweckt, aber wohlerzogen, das ist alles sehr, sehr hübsch und angenehm. Die Gastzimmer und Bäder sind sauber und OK, nichts Besonderes, nichts zu tadeln, die neuen Junior-Suiten in Fichtenholz sind hübsch und recht komfortabel geworden, langsames W-Lan, kaum Mobilfunk-Empfang, auf jedem Zimmer die Heilige Schrift, Kreuze dominieren dazu das ganze Anwesen, von allen Zimmern – leider meist Balkon oder Terrasse – herrliche Blicke in den alten Innenhof und die Wallfahrtskirche oder in den Klostergarten und die ursprüngliche Landschaft. Hinter dem Anwesen Pferde, Landwirtschaft, Ställe, Karpfenteich, ein Bolzplatz, hier wird beileibe nicht für jeden, aber für viele etwas geboten. Unter der Woche ernährt sich der Klosterbräu wohl vor allem von Seminaren, am Wochenende kommen Ausflügler und vor allem Familienfeiern dazu, die Location eignet sich – zumal mit der Kirche vor der Haustür – perfekt für Hochzeiten, wenn hier eine große Hochzeit stattfindet, ist kein Zimmer mehr zu bekommen, dazu kommen Wanderer, Urlauber, die Ruhe suchen, und nicht zu vergessen die Dorfbevölkerung aus der Umgebung, die hier noch immer ihr Bier trinkt und Sonntags ihren Braten isst.

Klosterbräu, Bergen, Neuburg

All die Jahre sind wir gerne nach Bergen gekommen, zumal im Frühling, wenn alles blüht, die Temperaturen steigen und man im Klostergarten draußen speisen kann.  13 Punkte im Gault Milau, Bib Gourmand vom Guide Michelin, das ist eigentlich genau Caros und meine Vorstellung von gehoben, aber nicht abgehoben gut-bürgerlich, und in all den Jahre hat uns Otto Böhm, der bei Winkler in Lehre gegangen ist, aber nie die Bodenhaftung verloren hat, nicht enttäuscht … bis auf die letzten beiden Male. Bei Dinner nur Butter und Baguettescheiben vorweg, kein Gruß aus der Küche, das kommt in dieser Liga und Preisklasse schon Eingangs nicht gut. Das Kräutersüppchen ist eine leichte Velouté mir frischen, geschmackvollen Frühlingskräutern, Rahm und Croutons, durchaus lecker, nur die massenweise als Garnitur darüber gestreuten, angetrockneten Schnittlauchröllchen sind einfach störend, weil vom Geschmack her zu dominant und von der Textur zu kratzig im Maule. Die Bärlauchravioli mit Grünem Spargel und Morcheln, jedes für sich lecker: die Ravioli aus dünnem Teig, die Füllung geschmackvoll-geschmeidig mit deutlicher Bärlauch-/Knoblauch-Note, dem entgegen die frischen Morcheln (gut geputzt übrigens, kein sandiges Knisrchen, wie  sonst so oft), längst nicht so rauchig wie getrocknete Morcheln, eher fein, zart, dezent, können sich geschmacklich nicht gegen den – fast möchte man sagen penetranten – Bärlauch durchsetzen, und der Grüne Spargel geht völlig unter, taugt hier maximal noch als Sättigungsbeilage; dieses Gericht ist in sich einfach nicht stimmig. Die kleinen Flusskrebse aus dem Bassin im Kreuzgang  waren in der Vergangenheit immer irgendwie schmackhaft zubereitet, diesmal kommen sie halbiert und frisch gegrillt, die winzigen Bissen Krebsfleisch, die man da mit der Hummergabel herausfriemseln kann, sind geschmacklich belanglos, Kräuter, Knoblauch, Chili könnten hier in geringen Dosen hilfreich sein, die zu den winzigen Flusskrebshälften  servierte Hummerschere dürfte ja wohl eher ein martialischer Witz sein; die dazu gereichte Spargel-Kartoffel-Tarte ebenfalls geschmacklos, obendrein breiig und der grüne Spargel schlecht geschält, was das aufgespritze Häufchen giftgrünen Zeugs daneben sein sollte, vermochten weder Caro noch ich zu erschmecken. Sorbet hausgemacht, ganz nett, der Vodka darüber hat’s rausgerissen. Der Weiße Schrobenhausener Spargel schließlich zerkocht, trotz Reklamation kommt auch die zweite Portion zerkocht und viel zu weich, ich schätze, der Spargel wird hier nicht à la minute zubereitet sondern en masse vorgekocht und dann warmgehalten oder kurz aufgewärmt, die Kartoffeln dazu von hervorragender Qualität (ich mag Kartoffeln) aber auch nur aufgewärmt, die Hollandaise eine tadellose, frisch aufgeschlagene, fluffige  Eigelb-Butter-Emulsion, nur absolut geschmacklos, noch nicht einmal Salz, geschweige denn die feinen Geschmacks-Nuancen, die sich bei vorschriftsmäßiger Verwendung einer richtigen Reduktion ergeben; der gekochte Schinken vom Schwäbisch-Hällischen-Landschwein dazu jedoch ganz famos. Der Tafelspitz schließlich sehr ordentlich, Fleisch von sehr guter Qualität, etwas zu weich, aber das ist bei so geringem Durchsatz wohl unvermeidlich, Meerrettich frisch und scharf, hier passt dann auch der Schnittlauch in der Sauce, dazu leider nur altdeutsche Bratkartoffeln (und wieder: sehr gute Kartoffeln!) und keine Rösterdäpfel. Zum Dessert die Bayrische Creme auf Himbeermark tadellos (aber zu wenig Vanille für meinen Geschmack), die harten, geschmacklosen Ananasstücklein, die breiigen Kiwischeiben und die ebenfalls noch geschmacklosen Erdbeeren drumherum überflüssig wie ein Kropf: welcher professionelle Koch kauft sowas ein und hat dann auch noch die Chuzpe, das zu servieren, wahrscheinlich nur um das Farbeffekts gelb-grün-rot willens. Auch die Zitronentarte geschmacklich schwach auf der Brust, Crème brûlée sehr gut, Mango-Sorbet hausgemacht, aber die Mangos müssen so geschmacklos gewesen sein wie die Ananas, Erdbeeren und Kiwi zuvor (außerdem zahle ich jetzt für eine Flugmango, die nach was schmeckt, 7 bis 9 EURO das Stück, welcher Wirt kann es sich leisten, aus solchen Früchten Sorbet zu machen?

Klosterbräu, Bergen, Neuburg

Was bleibt da zu sagen: bisher kannten wir aus dem Klosterbräu eine solide, gediegene, bodenständig-verfeinerte, bürgerliche,  ehrliche Hochküche ohne versponnene, modische, abgehobene Ambitionen, aber mit regelmäßig erfreulichen Ausreißern nach oben und mit seltenen Ausreißern nach unten. Die letzten beiden Male folgte irgendwie Patzer auf Patzer, kaum ein Gericht war „tadellos“, geschweige denn „hervorragend“. Beim vorletzten Besuch im Winter war ich ja noch angetan, das Ganze auf einen schlechten Tag des Kochs zu schieben und schrieb nix, schon allein aus alter Verbundenheit, aber wie heißt es doch so schön: einmal ist keinmal, zweimal ist immer. Und jetzt war’s halt das zweite Mal.

Klosterbräu, Bergen, Neuburg

Bleibt noch zu sagen,  Service professionell, tadellos, herzlich und alle im Dirndl-Verschnitt. Zum Frühstück gibt es nur ein relativ kleines Buffet, aber gute Wurst, Schinken, Käse, Säfte, selbstgemachte Marmeladen Müslis, Cremes, Kuchen, Bäckersemmeln; Eierspeisen, Pfannkuchen u.ä. bestellt man am Tisch, und sie werden à la minute zubereitet, das ist wieder sehr schön. Check in / out schnell, problemlos, freundlich.

Klosterbräu, Bergen, Neuburg

Romantik Hotel Zum Klosterbräu
Martina und Otto Böhm
Kirchplatz 1
86633 Neuburg-Bergen
Tel.: +49 (84 31) 67 75-0
Fax: +49 (84 31) 4 11 20
Internet: www.zum-klosterbraeu.de
Mail: info@Zum-Klosterbraeu.de

 

Hauptgerichte von 18,50 € (gebratenes Forellenfilet) bis 34,50 € (Rinderfilet, Spargel, Kartoffelgratin), Drei-Gänge-Menue von 33,60 € bis 73,80 €

 

DZ Ü/F 169 € bis 299 (pro Zimmer, pro Nacht)

 

Das sagen die Anderen:

  • Dehoga-Klassifizierung: 4 Sterne
  • Guide Michelin (Booktable) Inspektoren: Bib Gourmand
  • Guide Michelin (Booktable) Gästebewertungen: 5 von 5 Punkten (bei  1 Bewertung)
  • Gault Millau: 13 von 20 Punkten
  • Gusto: n.a.
  • Schlemmer Atlas: 2 von 5 Kochlöffeln
  • Varta: 2 von 5 Diamanten (Restaurant); 2 von 5 Diamanten (Übernachtung)
  • HRS-Klassifizierung: 4 von 5 Sternen; HRS-Kundenbewertung: 8,4 von 10 (bei 27 Bewertungen) , 85% Weiterempfehlung
  • Booking.com-Klassifizierung: 4 von 5 Sternen; Booking.com-Kundenbewertung: 8,8 von 10 (bei 116 Bewertungen)
  • Holidaycheck: 5,3 von 6 Sternen (bei 15 Bewertungen)
  • Yelp: 4 von 5 Sternen (bei 15 Bewertungen)
  • Tripadvisor: 4 von 5 Punkten (bei 38 Bewertungen)
  • Google: 4,2 von 5 Sternen (bei 54 Bewertungen)
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5 Comments

  1. Reinhard

    Hallo Hr. Opl,
    eigentlich dachte ich Sie wüßten Bescheid!

    https://www.my-vb.com/de/startseite.html

    Bisher habe ich noch kein Restaurant, ob Sternegastronomie oder andere, kennengelernt welche ihre Sorbets aus frischen Früchten selbst hergestellt hätten.

    Diese Fruchtpürres kaufe ich ebenfalls schon sehr lange, daher kann ich bestätigen, dass die Qualität zu den Spitzenerzeugnissen innnerhalb dieser Produktgruppe zählt.

    Viele Grüße

  2. Reinhard Daab

    Hallo Hr. Opl,
    da haben Sie wieder einen halben Roman geschrieben, allerdings verwundert doch, dass Sie glauben ein Restaurant würde frische Früchte für ein Sorbet verarbeiten. Bisher habe ich noch kein einziges Restaurant gesehen, meistens Sterne-Restaurants, welche nicht das nachfolgend verlinkte Produkt von Boiron verwenden. Diese Fruchtpürees verwende ich selbst, da sie von allerbester sind!

    https://www.frischeparadies-shop.de/Les-vergers-Boiron/?sPartner=fp_adwords&gclid=CjwKCAjw3cPYBRB7EiwAsrc-uYjnt-QsPNUsVPulFm9nkx9ldYLKqEnGcnvFNXENNzkCRzFPc5_0WxoC89cQAvD_BwE

    • Hallo Herr Daab,
      tja, wenn Sie keine langen Texte mögen, dann sind Sie hier definitiv fehl am Platze, da würde ich Guide Michelin oder Bild Zeitung empfehlen, da gibt’s kurze, knappe, leicht verständliche Texte mit ganz vielen Punkten. Und was das Fruchtpüree anbelangt, selbst meine kleine Eisdiele mit einem echten, ausgebildeten Eiskonditor macht ihre Fruchtpürees für das Eis selber, und Erdbeereis gibt’s eben nur in der Erdbeer-Saison. Auch sowas gibt es heute noch. Zu Glück.
      Beste Grüße
      EO

  3. Reinhard Da

    Danke für Ihre nette Antwort, aber zu Ihrer Beruhigung darf ich erwähnen, dass ich ohnehin das meiste nicht lese!

    Zu Ihrer Eisdiele möchte ich Sie beglückwünschen, dürfte jedoch eine ganz große Ausnahme darstellen. Bleiben wir beim Thema, Sie haben ein Restaurant kritisiert und keine Eisdiele. Ich darf Ihnen sagen, ich war schon in mindestens 20 Sterne-Küchen, dort wird überall Fruchtpüree von Boiron eingesetzt. Was auch nicht schlecht ist, denn meistens sind die verfügbaren frischen Früchte von schlechterer Qualität! Weiterhin kommt hinzu, dass die Küchen heute nicht mehr über das erforderliche Personal verfügen, schon garnicht über gutes Personal. Ich empfehle Ihnen deshalb, sich einmal mit Ausbildern zu unterhalten, wer möchte denn heute noch Koch oder Köchin werden?

  4. Reinhard Daab

    Lieber Hr. Opl,

    nochmals im Nachgang zu meinen beiden Kommentaren, dieser Text stammt von einem Hotel-und Restaurantbesitzer in Churfranken. Auch ich hatte mich beklagt, aber wie man feststellen kann, ist die Situation sehr schwierig in Deutschland.

    Liebe Familie Daab,

    zunächst schätzen wir Sie als unsere Gäste sehr und haben uns stets gefreut Sie kulinarisches zu verwöhnen.

    Zu den aufgeführten Punkten.

    1. Parkplatzgebühr

    Die Erhebung dieser Gebühr ist die Folge einer Auflage des Finanzamtes. Es geht hierbei um die verschiedenen MWST Sätze im Hotelbereich.

    Wir haben sehr lange überlegt wie wir dies für unsere Gäste so „erträglich“ wie möglich machen können. Auch die Möglichkeit, die Gebühr im Zimmerpreis zu inkludieren wurde reichlich diskutiert. Dies ist aber leider so nicht machbar, da vielen unsere Gäste nicht mit dem PKW kommen und unserer Haus somit mit einer noch höheren Steuerlast zu kämpfen hätte – zudem hätten wir keine stichfeste Dokumentation, wer mit dem PKW da war und wer nicht – dies führt mit oben genannter Behörde zu Problemen, die wir nicht wollen.

    Wir hoffen hier auf ein laufendes Verfahren vor dem europäischen Finanzhof, der die deutsche Regelung (der unterschiedlichen MWST-Sätze) für Verfassungswidrig hält – wenn sich der europäischen Finanzhof hier durchsetzen würde, hätte sich dieses Problem erledigt.

    Die von Ihnen angesprochen zu heftige Reaktion unseres Hauses. Mit Verlaub, das sehe ich keines Wegs so. Im Gegenteil – die Reaktion war mehr als angemessen. Trotz meiner noch zarten 37 Jahre gehöre ich zum alten Schlag – Aufrichtigkeit & Ehrlichkeit sind für mich und meine Familie das höchste Gut! Wir lassen uns nicht alles gefallen, wir haben lieber so einen Gast weniger, dafür aber zufriedene Gäste (und davon gibt es ja durchaus einige)! Über die Sinnhaftigkeit das jeder heute auf irgendwelchen Portalen seinen Senf abgegeben kann, darf wahrlich gestritten werden. So sollte vielmehr darüber nachgedacht werden, Portale für Unternehmer ins Leben zu rufen um sich im Gleichen Maße über seine Kundschaft zu äußern.

    Damit wir uns richtig verstehen, Kritik ist sinnvoll, so lange Sie angebracht ist, gut geführte Häuser, zu denen wir uns zählen waren in Vergangenheit und werden auch in Zukunft dafür immer offen sein.

    Wahrscheinlich haben einige Menschen heute ein Problem, wenn es Leute gibt die sich auch mal entgegen allen „geschulten“ Mainstream Reaktion anders verhalten, die Straubs waren und bleiben Charakterköpfe.

    2. Die Verkleinerung unseres Restaurants

    Ehrlich gesagt bin ich müde es stets zu wiederholen – Herr Daab, Sie kennen sich doch bestens in der Gastronomie aus – Sie kennen die Umstände. Wir finden keine Leute, und wenn dann sind es „Pfeifen“ die nicht mal ein Püree hinkriegen. Keiner will mehr Abends arbeiten, keiner will Wochenends arbeiten,…….. Es blieb uns nichts anderes übrig und so wie es aussieht kann ich Ihnen nicht versprechen wie lange wir es offen halten können…..

    Wenn wir Sie als Gast hierdurch verloren haben, tut dies uns extrem leid!

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