Auflauf von Nudelresten

Wahrscheinlich kennt jeder das Problem, der regelmäßig oder auch nur sporadisch in einer auch so kleinen Küche kocht: irgendwann stapeln sich im Küchenschrank die angefangenen Nudelpackungen, die allesamt für sich keine vollständige Mahlzeit mehr ergeben: die 3 übrig gebliebenen Teigplatten vom letzten Mal Lasagne machen, die Handvoll Suppennudeln, die fast – aber eben nur fast – leere Packung Spaghetti. Von keinem der drei Reste wird man irgendwie satt, ganz abgesehen von dem Aufwand, das bisschen Zeugs zu kochen. Und doch sind wir alle – hoffentlich – Christenmenschen genug, dass wir ohne Not Lebensmittel wegwerfen würden. Und so werden zuweilen die Nudel-Reste-Berge immer größer und größer, bis sie schließlich bei einem Frühlingsputz radikal, ratzeputz, aber immerhin mit einem gerüttelt Maß an schlechtem Gewissen entsorgt werden.

Dabei ist die Lösung so einfach … so schmackhaft und so preiswert noch dazu: Auflauf von Nudelresten. Und das geht so: man nehme einen großen Topf mit kochendem, gesalzenem Wasser, studiere die Kochzeiten der Nudelreste genau und werfe die Nudeln entsprechend ihrer Kochzeit sukzessive nacheinander in’s Wasser, die mit der längsten Kochzeit zuerst, die mit der kürzesten zuletzt. Insgesamt sollte man die Nudeln ca. 1 Minute kürzer kochen als angegeben, also sehr al dente, alldieweil sie später noch Flüssigkeit aus der Sauce beim Überbacken ziehen werden.

Alle Mengenangaben sind nur ungefähr und lediglich als grobe Anhaltspunkte zu verstehen für ca. 4 vollwertige Portionen. Letztendlich hängt hier alles von der Menge der Nudelreste sowie von Lust, Laune und Vorratslage ab.

 

Zutaten

  • 500 g Reste von ungekochten Nudeln
  • Butterschmalz
  • 500 g frische Champignons
  • 300 g gekochter Schinken
  • 1 Schalotte
  • Nach Geschmack 1 – 2 Knoblauchzehen
  • 200 g Tiefkühlerbsen
  • 400 ml beste Dosentomaten*
  • Kräuter**
  • 300 ml Süße Sahne
  • Olivenöl
  • 300 – 600 g Käse***
  • Nach Geschmack Semmelbrösel und Butterflocken
  • Pfeffer, Salz, Zucker, wer mag auch Glutamat

 

Zubereitung

  • Reste von ungekochten Nudeln nacheinander entsprechend der jeweiligen Kochzeit in gesalzenes, kochendes Wasser geben und zusammen sehr al dente kochen (also, für die ganz tumben: z.B. zuerst die Nudeln, die 10 Minuten kochen müssen, ins kochende Wasser, nach 2 Minuten die Nudeln, die 8 Minuten kochen müssen, dazu, nach weiteren 3 Minuten die Nudeln, die 5 Minuten kochen müssen, dazu …); Nudeln abgießen
  • Champignons putzen, je nach Größe halbieren oder vierteln
  • Butterschmalz gut heiß (aber nicht rauchend) werden lassen, Champignons dazu geben, unter gelegentlichem Rühren gut anbraten, bis die Champignons ca. die Hälfte des Volumens verloren haben und gut gebräunt sind; das dauert durchaus 10 bis 15 Minuten; nach 5 Minuten die Champignons leicht salzen

  • Gekochten Schinken in Würfel oder Streifen schneiden, zu den Champignons geben und ca. 5 Minuten mitbraten
  • Schalotte schälen, in kleine Würfel schneiden, zu den Champignons und Schinken geben, kurz mitbraten (aber nicht bräunen lassen)
  • Nach Geschmack 1 oder 2 Knoblauchzehen durch die Presse drücken und in die Pfanne geben
  • Tiefkühlerbsen gefroren in die Pfanne geben, kurz durchschwenken, bis sie aufgetaut sind

  • Geschälte Dosentomaten in die Pfanne geben, Bodensatz mit einem Holzspatel loskochen, mit Pfeffer, Salz, einer Prise Zucker und Kräutern nach Geschmack und Vorratslage würzen, wer mag und sich traut auch mit Glutamat****, 15 Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen
  • Süße Sahne in die Pfanne geben, durchkochen, nachwürzen, final abschmecken; die Sauce soll nicht salz-lastig sein, aber gut kräuterig und – je nach Geschmack – scharf

  • Gratinform gut mit Olivenöl ausstreichen, Nudeln hineingeben, Sauce darüber geben, Nudeln und Sauce gut vermischen (sollte die Gratinform sehr voll sein, Nudeln und Sauce notfalls in einer großen Schüssel mischen und dann in die Gratinform geben)
  • Käse und ggf. Semmelbrösel und Butterflöckchen auf die Nudeln geben, so dass die komplette Oberfläche bedeckt ist

  • Gratin im Backofen bei ca. 180° ca. 30 Minuten backen, wer eine Kruste mag, nach 20 Minuten Grill dazu schalten (dann aber Oberfläche des Gratins ständig im Auge behalten, die kann ruck-zuck verbrennen …)
  • Da dieses Gericht weitgehend Vitamin-frei ist sollte man zumindest einen gemischten Salat dazu servieren.
Ich brauche ganz dringend eine/n gute/n Food-Photograph/in!

 

* Getrocknete Kräuter sind hier zeihlich, nicht aber schlechte Tomaten, und schon gar nicht diese pürierten Feldabfälle mit Kleintieranteil. Zefix, eine gute Dose Tomaten kostet in Deutschland nun mal wenigstens 1,50 EURO, und die 49 CENT-Dose ist kein geeignetes Äquivalent!

** Kräuter … klar, frisches Basilikum, Thymian, Lorbeer, Rosmarin sind toll. Getrocknete Italienische Kräuter oder Kräuter der Provence, dazu vielleicht noch etwas getrockneter Thymian, Oregano und Majoran tun’s auch … für dieses Gericht.

*** Hier kann man z.B. 300 g kräftigen Bergkäse nehmen und eine dünne, nicht allzu fette, geschmackvolle, würzig riechende Käsedecke erhalten, man kann auch 600 g (oder noch mehr) Butterkäse o.ä. nehmen und eine richtig dicke, zähe, käsige Oberfläche bekommen; man kann den Käse auch noch dick mit  Semmelbröseln und Butterflöckchen bestreuen (in diesem Fall nach ca. 20 Minuten backen noch den Grill für 5 bis 10 Minuten einschalten), dann erhält man eine knusprige Käse-Brösel-Kruste, die allerdings sehr fett ist

**** Vor der üblichen Glutamat-Schimpfkanonade: Pilze, Käse und vor allem Tomaten sind voll mit natürlichem Glutamat.

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top