Warteck in Freudenstadt: traditionell, gehoben, gut, und immer wieder diese Patzer, die nicht sein müssten

Wir sind gerne im Warteck in Freudenstadt. Ich mag die Familie Gläßel, die gut-bürgerlich bis spießige Restauranteinrichtung, die gediegene Atmosphäre, den konservativen, nur zuweilen verhalten modernen Kochstil, die altertümliche Weinkarte, die genussvoll tafelnden Einheimischen, der zuweilen holprige, aber fast immer freundliche Service … so kann gutes Restaurant gehen, und den Gast freut’s allemal. Beim letzten Besuch 2018 hatte ich neben allem Positivem an Negativem notiert: wässerige und breiige handgeschabte Spätzle, Rahmkartoffeln sind harte, in Sahne schwimmende Kartoffelscheiben kurz mit Parmesan gratiniert, die Crème brûlée unter der Kruste komplett heiß, so dass man sich die Schnute verbrennt, der eigentlich gut affinierte Käse wird direkt aus der Kühlung mit Kühlschranktemperatur serviert. Das sind alles Patzer, die nicht sein müssten.

Diesmal, Ende 2019, war es an Patzern zuerst einmal fast schon hingeworfenes, keinesfalls akkurat eingedecktes Besteck, danach ein breiiges, nicht durchgeliertes, geschmackloses Stücklein Tafelspitzsülze als Amuse Gueule (weniger ein Gruß, als vielmehr ein Unfähigkeits-Signal aus der Küche, was eigentlich ja nicht zutrifft im Warteck), dann alte, dazu noch verbrannte Brioche zur wirklich guten Foie Gras, sodann irgendein gummiartiger, junger Käse über dem Rinds-Carpaccio, niemals alter Parmesan, schließlich eine süßliche, kalte Sauce zum fast kalten Rehfilet und grüner Spargel im November, das alles hätte es wirklich nicht gebraucht. Der ganze Rest – die hausgemachte Foie Gras mit tollem Sauternes-Gelee, die Austern mit dem leicht gebutterten Pumpernickel, die Oxtail, das Rinderfilet, die handgeschabten Spätzle, das frisch blanchierte Gemüse, der glasige Lachs im Nudelmantel mit frischem Spinat auf einer leichten Buerre blanc, die Sabayone, der Käse vom Wagen (diesmal richtig temperiert),  … all das war nicht nur tadellos, sondern höchst lobenswert. Aber diese Patzer …

Warteck
Familie Gläßel
Stuttgarter Strasse 14
72250 Freudenstadt
Tel.: +49 (74 41) 91 92-0
Fax: +49 (74 41) 91 92-93
E-Mail:   info@warteck-freudenstadt.de
Internet: www.warteck-freudenstadt.de

Hauptspeisen von 19,80 € (Sauerbraten) bis 38 € (ganze Taube), 3-gängiges Menue 35,50 € bis 70,50 €

Doppelzimmer mit Frühstück 80 – 150 €

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