Touristenabfütterungsanstalt

Es war immerhin der Conierge des Frankfurter Hofes, der mich ins Wagner in Sachsenhausen geschickt hatte. Ich hatte ihn nach einem richtig guten, gehobenen eber nicht abgehobenen, typischen Frankfurter Restaurant mit grüner Soße und so gefragt, ohne Touristen, sondern ein Geheimtipp, wo auch die Einheimischen gerne hingehen. Ich solle ins Wagner gehen, dort sei ich genau richtig. Das erste, was mir beim Betreten der großen, verwinkelten, übervollen Räumlichkeiten auffiel war ein Schild auf einem Tisch „Reserviert für Bus 35 Personen“, direkt dahinter drei Tisch voller Koreaner (keinesfalls etwas gegen Koreaner, aber ich wollte Frankfurter sehen). Der Rest ist schnell erzählt: der übliche Apfelwein (man mag ihn oder man mag ihn nicht), das Riesling-Süppchen schmeckte nicht weinig, sondern schlichtweg sauer und pampig, die Grüne Soße absolut langweilig und nach billiger Mayonnaise schmeckend, die Bratkartoffeln aufgewärmt, die Ochsenbrust ein Riesen-Berg Fleisch, aber völlig faserig, trocken und geschmacklos. Dazu lärmender Radau in aller Herren Sprachen, pampige Kellner (die Düsseldorfer Köbbese sind im Vergleich dazu noch freundlich) und gesalzene Preise. Niveau Hofbräuhaus + schlechte Kantinenküche. Mit einem „Geheimtipp“ hat das Wagner sicherlich nichts zu tun, ebensowenig wie mit „gutem Essen“ oder „gepflegter Gastlichkeit“.

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