Schlossanger-Alp bei Pfronten: Wundervolles Hide-Out in den Allgäuer Alpen

Summa summarum: traumhaft schön und ruhig gelegenes, komfortables, aber nicht schickes, sondern gemütlich-unverkrampft-entspannt-entschleunigtes Alpen-Hide-Out mit super-freundlichen, herzlichen Menschen und einer unprätentiösen, bodenständigen, verfeinerten Küche, die sich nicht für höhere Weihen verbiegt und verkompliziert.

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Irgendwie ist der Mann ein Phänomen, Bernhard „Toni“ Ebert, seines Zeichens Patron im Berghotel Schlossanger-Alp bei Pfronten im Allgäu. Irgendwie ist er allgegenwärtig, ohne hektisch, pedantisch oder hudelig zu sein. Er ist einfach ein Patron, der da ist, präsent ist, nicht nur seine unverbindlich-höflichen Honneurs bei den Gästen macht und mit Stammgästen ein freundliches Pläuschchen hält, sondern auch ein Patron der mit anpackt, der mit serviert, der fachkundig bei der Weinauswahl berät, mit freundlichen, aber bestimmten Worten das Personal anweist oder schlicht refokussiert, der sich  auch nicht zu schade ist, Tische abzuräumen oder das Buffet aufzufüllen. Und der untertreibend von seiner Tätigkeit sagt: „Ich kümmere mich um das kleine bisschen, was übrig bleibt.“ Ich kenne nur einen Patron mit einer ähnlichen positiven Omnipräsenz inklusive VIP-Gäste pampern und schmutziges Geschirr abräumen, und das ist Charles Schumann. Des Morgens um 07:00, wenn die letzten Frühstückstische eingedeckt werden, schaut Toni Schlachter im Laufdress kurz vorbei und bespricht die Lage mit dem Personal, später wird er in Lederhosen das Frühstücksbuffet mit auffüllen, mittags wuselt er zusammen mit seinen Mitarbeitern im Service, Nachmittags bespricht er mit seiner Frau Barbara Schlachter-Ebert, die für die Küche verantwortlich zeichnet, und ein paar Mitarbeitern die strategische Lage bei Kaffee und Kuchen an einem Ecktisch im Restaurant, des Abends begrüßt er mit roter Samtweste und landestypischen Haferlschuhen Gäste, empfiehlt sachkundig Weine aus seinem kleinen, aber ausgesprochen feinen Weinkeller, serviert, plaudert, ist einfach da. So einer kontrolliert sein Personal nicht – das ist sowieso perfekt, tadellos –, so einer gibt seinem Personal Rückhalt, Hilfestellung, Unterstützung. Hier häufen sich keine Fehler, wenn mal ein Patzer geschieht – das passiert überall mal, auf der Wielandshöhe hatte ich letztlich ein richtig schmutziges Weinglas, Häuptling eigener Herd kam persönlich aus seiner Küche, entschuldigte sich und war ziemlich sauer (armer Servicemitarbeiter) –, dann sieht das der Chef hier gleich und korrigiert, ohne große Aufregung, und das nächste Mal weiß der Mitarbeiter Bescheid. Dabei ist der eigentliche Star der Schlossanger Alp doch seine Gattin Barbara Schlachter-Ebert, die mit ihrer Brigade die Küche verantwortet. Die gebürtige Allgäuerin hat im Bareiss, den Schweizer Stuben, im Tantris und bei Hans Haas gelernt und  gilt heute als Bayerns beste Köchin; nicht nur durch ihre drei Kochbücher und als eine der wenigen Frauen bei den Jeunes Restaurateurs d’Europe ist sie bekannt, immer wieder erblöden sich auch Journalisten der Systempresse, den Beitrag über die „erfolgreiche Frau in der Männerdomäne“ zum hundertzwanzigtausendsten Male zu schreiben und keiner der gängigen Restaurantführer von Michelin, Gault Millau, Varta, Aral bis Gusto erwähnt sie nicht lobend – allerdings erfährt sie hier auch keine höheren Weihen, einen Bib Gourmand und zwei Bestecke vergeben die Inspektoren des Guide Michelin, der Gusto 6 von 10 Pfannen und 3 von 5 Bestecken, das höchste der Gefühle waren 15 Gault Millau – Punkte, die dieser zwischenzeitlich auch wieder auf 14 Punkte reduziert hat, das entspricht ordentlichem, gutbürgerlichem Gasthaus-Niveau.

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Karierte Tischdecken, Porzellan von Schönwald und Villeroy & Boch, Pressglas von Schott Zwiesel, WMF-Cromargan-Besteck aus der Nordic-Serie (die ich persönlich wirklich hasse, selten ein hässlicheres und schlechter in der Hand liegendes Besteck erlebt, scheint aber ein  Verkaufsschlager zu sein, es verfolgt mich in immer mehr Restaurants), Bedienungen im Dirndl, Rattanstühle auf der Terrasse, Landhaus-Interieur im Restaurant: das sind allesamt nicht die Zutaten, aus denen man Sterne-Restaurants macht. Und das ist gut so. Schlossanger-Alp, das ist entspannt, entschleunigt, ohne Druck, ohne Attitüden, ohne Schicki und ohne Micki, ohne Tand, Schlossanger-Alp das ist einfach ehrlich. Und man isst gut, sicherlich keine Spitzen-Sterneküche, aber durchaus gut auf stabilem Niveau mit mehr Ausreißern nach oben als nach unten. Die Speisekarte bietet – um es auf einen prägnanten Punkt zu bringen – gehobene bürgerliche Allgäuer Küche mit internationalen Einsprengseln, und das alles auf einem seit Jahren super-soliden Niveau, und das ist das Schöne. Hier kratzt niemand mit wechselndem Erfolg an den Sternen, hier arbeitet sich niemand an der Erfüllung der abstrusen Bewerter-Anforderungen auf Teufel komm‘ raus ab. Caro und ich, wir haben lange diskutiert, wie man diese Küche charakterisieren könnte. Barbara Schlachter-Ebert verfeinert, entfettet und veredelt nicht die regionale bäuerliche Küche, wie es – mit Perfektion – zum Beispiel in der Bauernstube in der Traube in Tonbach bei Harald Wohlfahrt praktiziert wird; Barbara Schlachter-Ebert setzt auch nicht konzeptionell auf einer Regionalküche auf, um sie dann konsequent auf Sterneniveau hochzunudeln, was letztendlich Vicent Klinck auf seiner Wielandshöhe betreibt; und Barbara Schlachter-Ebert bietet gewiss keine Wurzel-, Vaterlands-und Identitäts-lose Allerwelts-Hochküche wie sie zum Beispiel der alte Winkler in seiner Residenz oder der junge Joachim Wissler unter Althoff-Geleitschutz auf Bensberg köcheln. Heimat, in diesem Falle Allgäu ist sicherlich ein zentrales Thema in der Küche der Barbara Schlachter-Ebert, aber weder Omas Griebenschmalz-Maultaschen in Knochenbrühe noch Zwiebelrostbraten nach Allgäuer Art mit Kobe-Beef sind ihr Ding. Aber sie bietet auf der Schlossanger-Alp nicht die „Allgäuer bäuerliche Küche meiner Großmutter“, sondern eher die „Allgäuer Küche aus dem Kaufmanns- oder Industriellen-Haushalt aus Immenstadt“. Einerseits ist alles wirklich bodenständig, andererseits könnte man auch charakterisieren, die Küche ist so, wie sich Klein Fritzchen aus Immenstadt die große weite Welt vorstellt. Trüffel, Kaviar und Kobe Beef fehlen zwar, aber Crevetten, Dorade oder Belper Knolle finden sich schon auf der Speisekarte. Da gibt es eine Reh-Consommé in Perfektion, dunkel, kräftig, wildig, ohne penetrant zu sein, dazu die Maultaschen als Einlage sind eher vom Teig her breiige Ravioli, gefüllt mit zerkochten, gehackten, fasrigen, mäßig gewürzten Wildfleischresten; die Kartoffelsuppe ist tatsächlich kartoffelig, aber nicht mehr sahnig-gehaltvoll, sondern schlichtweg fett von Sahne, Butter und Speck, der auf der Karte angekündigte Majoran ist geschmacklich wahrscheinlich im Fett untergegangen; die Tafelspitzbrühe mit Flädle und Schnittlauch wieder tadelloser gehobener Standard. Die Ricotta-Maultaschen schon wieder eher Ravioli, breiiger Nudelteig gefüllt mit säuerlichem Frischkäse, dazu ein paar kurz angebratene, gänzlich ungewürzte und geschmacklose Tiefkühl-Garnelen, quasi als Cantus firmus zu der ganzen Belanglosigkeit ein wahrlich gigantisches Gemüsebett aus frischem, noch dezent knackigem Lauch und aus jungem Spinat in einer leichten Weinschaumsauce: zusammen dann doch noch ein leckeres Gericht, sagen wir einmal, Maultaschen und Garnelen wollten dem Gemüse den Vorrang geben.  Dann plötzlich, unvermittelt – Mensch, da muss man einen doch vorwarnen! – die perfekt innen glasig, außen kross gebratenen Zander-Filets, dezent gewürzt, dazu ein köstliches, frisches, knackiges Gemüse aus Fenchel, Spinat und gebratenen Pilzen, ein frisch gemachter, sahnig-fluffiger Kartoffelbrei zum niederknien und ein wenig Petersilienbutter als Würze: eine absolut geniale Komposition, die im kulinarischen Ein-, Zwei-Sterne-Segment anzusiedeln ist. Dann wieder ein Wiener Schnitzel schlichtweg für’n A …: drei Bröcklein totes Kuh-Baby in einer blassen, fettgetränkten Bröselpanade, in zu kaltem Fett gebacken (daher vollgesogen), weder resch noch lecker-braun, sondern einfach labbrig-blass-fettig, hart-faseriges Fleisch drinnen; das winzige Näpfchen Bratkartoffeln dazu naja, das Näpfchen Salate sehr gut, das Näpfchen kalt gerührter Preiselbeeren ein Näpfchen kalt gerührter Preiselbeeren – da habe ich in Dutzenden Österreichischer Dorfgasthäuser und Vorstadt-Beiseln weitaus bessere Wiener Schnitzel für die Hälfte des Preises bei doppelter Menge gegessen. Ebenso verunglückt der Kalbstafelspitz: warm gehaltenes, hartes Fleisch, die Meerrettich-Schnittlauch-Sauce dazu ein vollkommener kulinarischer Schmarren (Meerrettich und Schnittlauch, zwei geschmacklich dominante Pflanzen, die einfach nicht zusammengehören; eine Meerrettich-Sauce, vorzugsweise als Apfelkren aus säuerlichen, gedünsteten, zerdrückten Äpfeln, wenig Zucker, kräftiger Rindssuppe und Salz und dazu reichlich zu Brei geriebener frischer Kren (= Meerrettich) ist köstlich (schleimigen Semmelkren hingegen braucht kein Mensch); und eine Wiener Schnittlauch-Sauce aus einer Mayonnaise von gekochtem und rohem Eigelb, abgeriebener, eigeweichter, ausgedrückter, passierter Semmel, wenig Senf, viel Öl und reichlich Schnittlauch ist ebenso köstlich; aber Schnittlauch und Meerrettich, die sollten auf dem Teller getrennt bleiben, auch Frau Barbara Schlachter-Ebert gelingt keine Symbiose zwischen den Beiden). Da kommen also – wir sprechen noch immer vom Kalbstafelspitz auf der Schlossanger-Alp – warm gehaltene, trockene, harte Scheibchen von dem aufgeschnittenem toten Kuh-Baby daher, überzogen von einer Schnittlauchsauce mit geriebenem Meerrettich. Der Meerrettich ist so alt oder schlecht, dass man ihn nicht mehr schmeckt, der Schnittlauch ist auch nicht sonderlich geschmacksintensiv, diese Sauce ist einfach ein fettes no-go. Ebenso die La Ratte – Kartoffeln dazu: ich liebe Kartoffeln, und speziell liebe ich Bamberger Hörnchen und La Ratte, das sind Kartoffeln, die sich schäl-technisch verweigern, aber die wirklich nach Kartoffel schmecken können; Barbara Schlachter-Ebert serviert zum Kalbstafelspitz in der Schale zu weich verkochte La Ratte-Kartoffeln, halbiert, in Butter mit Rosmarin wieder warm geschwenkt, und das ist für mich das nächste kulinarische no-go: eine köstliche Kartoffelsorte, derb zu Schanden gekocht, ungeschält mit Fett und Gewürzkraut nochmals reanimiert, das nenne ich wahrlich ein Trauerspiel. Rinderfilet unter Pinienkernkruste, Rahmkartoffeln, Bohnengemüse und kurzem Rotweinsößchen tadellos und für mich auf den Punkt medium/well-done gegart; rosa gebratene Rehnuss auf Broccoligemüse mit kurzem Wacholdersößchen ordentlich, Kartoffelkrapfen dazu hausgemacht, aber F… trocken und gänzlich geschmacksneutral; nämliches Wacholdersößchen begleitet auch den zarten, geschmackvollen Hirschrücken auf einem Bett von wieder genial gebratenen Pilzen und handgeschabten Spätzle (endlich mal richtige Spätzle, und nicht diese vermaledeiten Knöpfle aus dem Hobel), der Grüne Spargel dazu im August ist für mich einfach kulinarischer Blödsinn, wenn hier die Spargelzeit seit 10 Wochen vorbei ist, gleichzeitig aber die Gärten und Felder voll stehen mit den schönsten und reifsten Gemüsen, warum muss man dann Spargel aus Thailand einfliegen und servieren? Auch die Dessertkarte ist durchwachsen, schönste Kindheitserinnerung in Perfektion ist sicherlich der gebratene Kirschmichel in Zimt und Zucker mit Kirschragout und kühlem Joghurt-Kirscheis; der Marillenknödel mit leicht breiigem Teig, Bröseln, auf einem wieder sehr gutem Marillenragout und weitgehend geschmacksneutralem, kein bisschen nach Vanille schmeckendem, auch kaum schwarze Vanille-Pünktchen aufweisendem, hausgemachtem Vanilleeis kann da beileibe nicht mithalten.

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Begleitet wird diese Küche von bodenständigem Meckatzer Bier, wohlfeilem Gara-Wasser und natürlich dem ziemlich gut sortierten Weinkeller von Toni Ebert; auf der Weinkarte sind für meinen Geschmack zu viele Positionen aus Pfalz und Rheinhessen, aber es finden sich ganz famose Weine dort, und das zumeist zu ausgesprochen fairen Preisen, die sich jeder Weinliebhaber immer wünscht; und im Keller lagern weitere Positionen, die gar nicht auf der Karte stehen, die Toni Ebert aber im Beratungsgespräch kompetent und liebenswert empfiehlt.

Wenn das Wetter es zulässt, speist man auf der Schlossanger-Alp in der schönen Jahreszeit auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf die Allgäuer Alpen, Bergwiesen mit grasenden Kühen und stets bimmelnden Kuhglocken, dunkle Wälder und die Ruine der Burg Falkenstein hoch oben am Berg; allerdings sollte man als Hausgast wie als externer Besucher rechtzeitig reservieren, die Terrassenplätze sind Mittags wie Abends bei schönem Wetter ruck-zuck belegt. Bei schlechtem Wetter stehen ein bäuerlich eingerichteter großer Speiseraum und ein Labyrinth weiterer Tischgruppen im Inneren des Hauses zur Verfügung.

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Ungleich genialer als zum Essen ist die Schlossanger-Alp jedoch als Urlaubshotel, als Alpines Hide-out. Das Haus liegt in Alleinlage auf einer Hochwiese auf 1130 Meter, die Straße endet als Sackgasse auf einem Parkplatz für Hotelgäste, hier geht es nur noch zu Fuß weiter, keinerlei Durchgangsverkehr, das Lauteste ist das Klingeln der Kuhglocken und zuweilen das Jauchzen von Kindern. Das Hotel schaut aus wie ein typisches Allgäuer Bauernhaus, Holz, Balkone mit Blumen, gedrückt, freundlich-einladend, nur zwei Stockwerke, aber immer wieder angebaut und erweitert, bis hin zum modernen SPA-Bereich mit kleinem ganzjährigem Außenpool, 4 Saunen, Ruheräumen, großem 37° warmem Whirlpool, Solarium, Massage, Kosmetik, Tee- und Saftbar, Außenliegen auf top-gepflegtem Rasen, kurzum alles, was das Herz begehrt. Auch sonst lässt sich eigentlich nur Gutes über das Haus sagen: für Hausgäste gibt es einen zweistöckigen, großzügigen Lounge-Bereich mit schweren Ledersesseln, die Lichtarchitektur im gesamten Haus und den Zimmern ist einfach ausgezeichnet, selten so durchgängig perfekte und zugleich angenehme Beleuchtung erlebt, im Keller einen kleiner Seminarraum, der Weinkeller des Hausherren (in dem es zuweilen Verkostungen gibt) und ein Kinderspielzimmer (leider ohne Fenster), aber draußen gibt’s für Kinder einen Spielplatz im Freien, einen künstlichen See zum Plantschen und wenigstens ein Dutzend große Kettcars in allen Formen, einfach so rumstehend und für die Kinder frei nach Laune nutzbar, das Haus ist topp in Schuss und gepflegt, die Begrüßung und auch sonst der ganze Umgang des Personals ist extrem freundlich und persönlich, man wird eigentlich von jedem bald mit Namen angesprochen, zur Begrüßung gibt’s Sekt, hauchdünn aufgeschnittenen Bergschinken und gedörrte Brotwürfel. Die Zimmer sind geräumig, im Alpenändischen Stil eingerichtet, funktionale, ausreichend große Bäder, Ankleidezimmer, bequemer Lesesessel, Sofa, ausreichend Steckdosen, Dockingstation und Flachbildschirm, Tresor, Minibar, gutes Bett, gute Leinenbettwäsche, gute Kissen, Balkon, leider kein Schreibtisch (aber man soll ja auch nicht Arbeiten auf der Schlossanger-Alp); dazu gibt es wohl noch größere Suiten – hier mit klassischem Understatement Lofts geheißen – mit 70 bis 148 qm und – man glaubt es kaum – ein auf Ewigkeit ausgebuchtes Baumhaus zum Übernachten. Ich habe selten ein so in jeglicher Beziehung angenehmes Hotel erlebt, sowohl von der Lage, der Architektur, der Ausstattung und vor allem so angenehmen, freundlichen, zuvorkommenden, menschlichen, netten und kompetenten Servicekräften durch die Bank weg, da war kein einziger Trofel dabei; und zu den netten Menschen kommen noch zwei freundliche Collies der Wirtsfamilie, die den ganzen Tag durch die Anlage streifen, sich mal an den, dann an jenen Tisch legen und einfach dort liegen bleiben, ohne zu betteln, zu bellen oder lästig zu sein, und wenn sie sich quer über einen Durchgang legen, dann steigen die Servicemitarbeiter wie selbstverständlich über sie hinweg, ohne sie zu vertreiben, und die Gäste tun es ihnen nach.

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Auch das Frühstück auf der Schlossanger-Alp ist angenehm: frisches aufgeschnittenes Obst, Jogurts, hausgemachtes, sehr gutes Birchermüsli, selbst gemachte Marmeladen und Konfitüre, frische Almbutter, eine Teebar mit Samowar und einer wirklich beachtlichen Auswahl an losen Spitzentees, Säfte, Schaumwein, in der Kühle dutzende kleine Schalen und Platten mit verschiedenen Schinken, Aufschnitten, Speck, Würsten, eingelegten und gebeizten Fischen, Gemüsen, Salaten, Aufstrichen, Käsen, ganz viele verschiedene Spezereien in immer relativ kleinen Mengen (so dass nichts oder wenig weggeworfen werden muss), die aber sofort wieder aufgefüllt werden, Eierspeisen werden à la minute frisch zubereitet und an den Tisch gebracht, verschiedene Vollkornbrote, am Wochenende Weißwürste im großen Topf, das ist alles sehr schön und frugal. Wären da nicht die aufgebackenen, alten Semmeln, die an jedem Morgen wieder im großen Brötchenkorb rumlungerten. Das wiederum ist ein Armutszeugnis. Zum abschließenden Schmunzeln noch dies: am Sonntag gab’s Weiwürste zum Frühstück, zum Ende des selben war der Topf noch halb gefüllt mit Würsten; am Montag gab’s eine Art Salat von aufgeschnittenen Weißwurstscheiben in einer Marinade aus Süßem Senf: ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt, Allgäuer Küche halt, hier wird nichts ohne Not weggeworfen.

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Wellness- & Berghotel Schlossanger Alp
Schlossanger Alp GmbH & Co. KG
Vertreten durch: Toni Schlachter, Barbara Schlachter-Ebert
Am Schlossanger 1
87459 Pfronten-Meilingen
Telefon: +49 (83 63) 91 45 50
Telefax: +49 (83 63) 91 45 55 55
Email: info@schlossanger.de
Internet: www.schlossanger.de
Hauptgerichte von 25 € (Landschweinrücken) bis 35 € (Rinderfilet), 3-gängiges Menue von 39 € bis 84 €

Doppelzimmer mit Frühstück, Mittags-Suppentopf und Kuchen bzw. Brotzeit am Nachmittag von 203 € (25 qm Zimmer mit Bad, ohne Balkon) bis 400 € (70 qm Chalet mit eigenem SPA) (Preise pro Zimmer)
Das sagen die Anderen:

  • Dehoga-Klassifizierung: 4 Sterne Superior
  • Guide Michelin: Bib Gourmand und zwei Bestecke; 4,5 von 5 Punkten durch die 4 Bewertungen aus der Guide Michelin Community
  • Gusto: 6 von 10 Pfannen, 3 von 5 Bestecken
  • Gault Milau: 14 von 20 Punkten (Absteiger), 1 von 4 Hauben, 2 von 5 Bestecken
  • Varta-Führer: 3 von 5 Diamanten
  • Schlemmer-Atlas: 2 von 5 Kochlöffeln mit Tendenz nach oben
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