Mexikanische Chili-Salsa

Frühling 2017, Einladung zum Grillen bei Freunden in einem nicht völlig ärmlichen Vorort von München, erstmals 30 Grad und mehr in diesem Jahr, ein erfrischendes Lüftchen von der Isar, spielende Kinder, ein wachsamer, aber freundlicher Hund, lümmelige Lounge-Möbel auf der Terrasse, eiskalte Getränke, nette Gespräche, Gelächter, eine von Spotify gespeiste Krawallbox bespielt das Tableau mit leisen sommerlichen Rhythmen, im Hintergrund glüht bereits die Grillholzkohle in der unvermeidlichen Weber-Blechschale vor sich hin. Wo sonst bei Einladungen zum Grillen – leider auch bei uns – Batterien von halb und ganz vollen Grillsaucen in Flaschen, Gläsern, Tuben herumstehen, die mit Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern, naturidentischen Aromastoffen schwangeren Machwerke der Heinzens, Knorrs, Krafts, Kühnes, Lacroixs, Thomys, Newsmans, Unoxens dieser Welt, stehen hier in dem nicht völlig ärmlichen Vorort von München zwei wahrlich unscheinbare Schüsselchen auf dem Tisch, Schüsselchen mit selbst gemachter Mexikanischer Chili-Salsa, die eine höllisch scharf, die andere noch schärfer, dazu gegrilltes Flank Steak, diverse Würste und gegrilltes Gemüse (die Maiskolben übrigens nicht aus der Dose, sondern selbst gekocht: sensationell!). Beide Saucen – pardon, Salsas – so völlig anders als das, was uns die Food-Multis ebenso wie die modischen Möchte-Gern-Saucen-Versender tagtäglich auftischen: scharfe Geschmacksbomben allemal, aber dabei eine dezidierte, differenzierte Schärfe, viele Geschmacksnuancen, tomatige Frische, erdiger Koriander, nur im Hintergrund dezenter Knoblauch, … so geht komplexer Geschmack. Hier also das Original-Rezept für Mexikanische Chili-Salsa des Gerrit M. aus P.:

Zutaten:

  • 1 ganze Zwiebel
  • 1 Knolle Knoblauch
  • 1 ganzes Bündel Koriander
  • Saft von 3-4 Limetten
  • Ca. 1 Essl. grobes Meersalz
  • 1 Dose geschälte und gekochte Tomaten oder ca. 2-3 frische wässrige Tomaten
  • Ca. 1 Essl. Sesamkörner
  • Ca. 10 Schoten getrocknete Chilis, z.B. 6-8 Schoten der Sorte Morita und 2-3 Schoten der Sorte Guajillo

 

Zubereitung:

  • Zwiebeln und Knoblauch schälen, grob zerkleinern und auf niedriger Flamme mit etwas Olivenöl anbraten / erhitzen. Wenn glasig, ausstellen
  • Die getrockneten Chilis aufschneiden und Kerne rausnehmen. Vorsicht: entweder Handschuhe anziehen oder danach oft die Hände waschen. Wenn man damit dann in die Augen geht, denkt man, dass man sich gerade auf einer Linkendemo mit der Polizei angelegt hat.
  • Die entkernten Chilischoten in der Pfanne ohne Öl anrösten. Vorsicht: die verbrennen sehr schnell und wenn man es nicht genau abpasst, dann hat man das Tränengas in der Küche… das ist wie Reizgas… Sie sollen also nur etwas braun werden
  • Koriander kurz waschen, trocken schütteln, Blätter grob von den Stängeln zupfen.
  • Alles – d.h. angebratene Zwiebel und Knoblauch, Koriander, Limettensaft, Salz, Tomaten, Sesamkörner – zusammen mit den angebratenen Chilis in einen Mixer geben und gut zerkleinern.
  • Das Ganze dann 2 Stunden stehen lassen und gelegentlich umrühren, die Chilis ziehen so im ganzen Saft.
  • Wenn zu dickflüssig, mehr Limettensaft dazu geben.
  • Erstaunlich ist, dass man keine Konservierungsstoffe braucht um diese Salsa im Kühlschrank über 2 Wochen aufzubrauchen. Kein Insekt oder Pilz würde sich an das heranwagen, wie es scheint.

 

Gerrit M. aus P. bezieht seine getrockneten Chilis direkt aus Mexiko über seine familiären Connections. Wer keine Verwandten und Freunde in Mexiko hat, der kann Chilis auch über’s Internet kaufen, z.B. bei Chili Food, Inhaber Michael K. Dietz, Holzweg 16, 67098 Bad Dürkheim, Tel: +49 (63 22) 98 94 82 Fax:+49 (63 22) 98 94 97, info@chili-shop24.de, und nein, ich kriege hier keine Prozente, aber der ist recht gut sortiert und liefert in der Regel schnell und zuverlässig. Für 100 g Morita zahlt man rd. – je nach Abnahmemenge – 4 bis 6 EURO, 100 g Guajillo kosten 5 EURO (aber man braucht nicht allzu viel von dem Teufelszeug).

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