Martinshof in Rottenburg: unerwähnenswert

Summa summarum: zentral gelegenes, durchaus unhübsches Hotel mit kleinen, funktionalen Zimmerchen ohne jeden Wohlfühlfaktor, ebenso wie das ganze Haus.

Es gibt Dinge, auf die lohnt es sich nicht, besonders viel Schreib- einerseits und Lesezeit andererseits zu verwenden. Das Hotel Martinshof in Rottenburg am Neckar gehört gewiss dazu. Dabei liegt es ganz hübsch am Eingang zur historischen Altstadt der alten Römersiedlung, vis-à-vis des Bischöflichen Ordinariats am zentralen Busverkehr-Knotenpunkt des Städtchens, mit dem Wagen einfach zu erreichen. Direkt hinter dem Hotel ein Städtisches Parkhaus, dessen Untergeschosse für die Hotelgäste reserviert sind, auch halbwegs kommod. Das Gebäude des Martinshofs erscheint mir architektonisch als ein recht beliebiger, stil- und charmfreier Bau mit einem ungleich stil- und charmfreieren Anbau an der Rückseite. Ich reise bereits um 12:30 Uhr an, da ich mir das Städtchen und seinen Weihnachtsmarkt vor meinem Abend-Termin noch etwas anschauen möchte. Im hauseigenen Restaurant brummt das Mittagsgeschäft, die Rezeption ist nicht besetzt, auf mein Klingeln kommt nach einiger Zeit ein sichtlich gestresster Service-Mitarbeiter. Die Begrüßung fällt mehr als spärlich aus, ich sei zu früh, Check-in sei erst ab 14:00 Uhr, mein Zimmer sei noch nicht fertig, Nachtportier gäbe es im Übrigen keinen, ab 22:00 Uhr sei das Haus geschlossen, ohne Schlüssel bekäme ich dann keinen Einlass mehr, Frühstück unter der Woche von 07:00 bis 09:30 Uhr, am Wochenende von 08:00 bis 10:00 Uhr, ich könne mein Gepäck ja schon mal auf meinem Zimmer abstellen und dann nach 14:00 Uhr wiederkommen. Natürlich ist mein Zimmer fertig, keine Spur mehr vom Zimmerservice auf dem Stockwerk. Das Gelass misst vielleicht 15 Quadratmeter, drei davon ein fensterloses Mini-Bad, dazu ein Meter breites Einzelbett, dünne Bettwäsche, kleiner Schrank, Kofferablage, Schreibtischlein, wenigstens mit drei frei zugänglichen Steckdosen, Stuhl, kleiner Flachbildschirm an die Wand geschraubt, noch nicht einmal ein Sessel, aber immerhin ein Kruzifix an der Wand; wirklich bemerkenswert an dem Zimmerlein ist die Aussicht: direkt in das verglaste Dachgeschoss besagten Parkhauses hinter dem Haus, ein Augenschmaus für jeden PKW- und Siebziger-Jahre-Architektur-Fetischisten. Wohlfühlen geht anders. Die Speisekarte des nicht wirklich gemütlichen hauseigenen Restaurants offeriert u.a. Röstinchen, ich bin nicht dort essen gegangen; das Frühstück ist dann durchaus auch auf Röstinchen-Niveau.

Das Schlimme an der Geschichte: der Martinshof ist offensichtlich das Erste Haus am Platze in Rottenburg.


Hotel Martinshof
Kronen Hotel GmbH
Geschäftsführer: Anton Berger, Hotelbetriebsleitung:  Lenka Walz
Eugen-Bolz-Platz 5
D – 72108 Rottenburg
Tel.: +49 (74 72) 91 99 40
Email: rezeption@martinshof-rottenburg.de
Online: www.martinshof-rottenburg.de

DZ/ÜF ca. 140 € (pro Zimmer, pro Nacht)

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