Marginalie 34: Ey echt Leute, so geht das echt nich …

 

Ich mag das Helvetia in Zürich ja, ich habe hier oft genug geschrieben (zweimal oder so), dass ich das Helvetia in Zürich mag und dass ich seit Jahren dort immer wieder gerne absteige, wenn ich in Zürich zu tun habe und nicht gerade durch die Wahl meiner Bleibe demonstrieren muss, dass mein Arbeitgeber ausgesprochen solvent ist, und das Helvetia steht hier auch nur stellvertretend für eine Legion von Hotels und gehobenen Beherbergungsbetrieben weltweit, die nämlichen Schmarren (ich komme gleich darauf zu sprechen) produzieren, aber das Helvetia bekommt die  Watsch’n jetzt halt ab, die sich ganz, ganz viele Hotels und Gasthäuser weltweit gleichermaßen völlig zu Recht verdient haben.

Also, die Zimmer im Helvetia … stylisch, laut, individuell, viel Design … und keine Steckdosen. Im Bad ist eine für den Rasierer, im Zimmer eine Doppelsteckdose für Designer-Lampe und  Flachbildschirm, und irgendwo hinter Schrank und Schreibtisch abgebildetes, zum Teil in die Wand eingelassenes, zum Teil aus ihr hervorquellendes Elektrizitäts-Monstrum mit mannigfachen Steckverbindungen (es gibt eine Simpsons-Episode, da versieht Homer zum Behufe der bombastischen Weihnachtsbeleuchtung das gesamte Haus mit nämlichen Steckverbindungen, in der Folge fängt alles in Folge totaler Überlastung Feuer, das Haus brennt ab, das Viertel steht ohne Strom da und das Springfield’sche AKW bekommt – glaube ich – auch noch was ab; eine ganz ähnliche Geschichte mit absurden Mengen von ineinander gestöpselten Mehrfachsteckdosen – mit ähnlichem Ausgang – gibt es bei Donald Duck bei einem seiner Streite mit Nachbar Zorngibel), die meisten davon besetzt mit Steckern für Docking-Station, nächste Designer-Lampe, Designer-Wecker, Ventilator, … Und irgendwo könnte der gegeigte Gast vielleicht auch noch seine beiden Stäbchen reinstecken, um ein wenig von der darin befindlichen Energie für seine treuen Gerätschaften zu erheischen … sofern er hinter Schrank und Schreibtisch am Boden krabbeln mag und passende Löchlein suchen … (Unerwähnt belieben soll heute die Frage nach geeigneten Adaptern für ganz normale mitteleuropäische, mit DIN VDE 0620-1 – Steckern versehene Geräte, die nun mal nicht – bzw. nur mit viel Gewalt und Glück – in die Schweizer Steckdosen vom Typ JSEV 1011 passen, selbst wenn auch die 230 V bei 50 Hz. liefern; hier wäre es bei dem Preis und der internationalen Gäste-Klientel aus meiner Sicht eine Frage der Höflichkeit und Gastfreundlichkeit, passende Stecker oder zumindest Adapter zur Verfügung zu stellen, aber das ist hier und heute nur ein Nebenkriegsschauplatz, um den es eigentlich gar nicht geht,)

Also, Leute, ein für alle Mal, ganz generell. Ich murre und knurre nicht, 200, 300 oder 400 EURO, Franken oder Dollar (ist ja heute eh‘ fast alles dasselbe  …)  für eine Übernachtung zu zahlen, und sauber, nett, ordentlich, komfortabel, das könnt ihr ja mittlerweile meist – oft – ganz ordentlich (das kann man für den Preis ja wohl auch erwarten). Aber Leute, ich bin ein ganz normaler, statistisch repräsentativer Reisender – mal geschäftlich, mal privat, meist gemischt –, und ich habe immer meinen  Laptop dabei, meine Funke, zuweilen noch mein Tablett, meine Kamera, mein iPod, Caros Massagestab, und all die Dinger brauchen Strom und wollen aufgeladen sein, im Doppelzimmer fast noch doppelt so viele wie im Einzelnzimmer. Echt ey Leute, ein oder zwei versteckte, vielleicht noch besetzte Steckdosen hinter dem Schreibtisch im Staub, das ist eine Frechheit. Für 200, 300 oder 400 EURO, Franken oder Dollar (ist ja heute eh‘ fast alles dasselbe  …)  für eine Übernachtung erwarte ich (ERWARTE ich) wenigstens zwei, drei Steckdosen Barriere-frei (auch so’n Wort) direkt am Schreibtisch, unbesetzt, problemlos zugänglich, am besten nicht in der Wand, sondern im Schreibtisch eigelassen, so dass man weder suchen noch sich bücken muss.

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