Erbseneintopf

Unter meinen Rezepten befindet sich bereits eines für eine pürierte Erbsensuppe; dies nun ist ein Rezept für einen echten, bodenständigen, – im besten Sinne – ordinären Erbseneintopf, der sich getrost für jede Gulaschkanone eignet. Wir schreiben das Jahr 2011, Cornelia arbeitet wieder voll, ich sehe es als meine Verpflichtung an, die Tiefkühltruhe voll mit Dingen zu halten, die sich die Jungs des Mittags oder auch Abends – wenn wir „aus“ sind – problemlos, sättigend, lecker und gesund zubereiten können. Tiefkühlpizza aus dem Supermarkt ist eine Alternative (die die Jungs durchaus nicht verschmähen), Bolognese und Gulasch sind meine selbst gemachten Alternativen (die die Jungs ebenfalls keinesfalls verschmähen). Ich habe mir einen 12-Liter-Topf der Fissler Profi Line (alle unsere Töpfe sind aus dieser Serie, ein signifikantes Invest, das aber der Rest unseres Lebens halten wird, ein schönes Gefühl) zugelegt, ein Monster, das den halben – unprofi – Herd belegt, aber toll. Ich bin nicht berühmt und bekomme kein Geld dafür – im Gegensatz zu der widerliche Stromburger Grinsekatze und ihren unappetitlichen Kollegen (um Sarah Wiener nicht zu vergessen: natürlich auch Kolleginnen) –, aber Fissler Profi Line ist als Topf einfach toll. Und 10 Liter Gulasch oder Erbsensuppe sind etwas anderes als 500 Milliliter … Also:

 

Zutaten:

  • 2 kg getrocknete grüne Erbsen*
  • Ca. 1,5 kg Gemüse (Karotten, Zwiebeln, Knollensellerie, Lauch, Petersilienwurzel)**
  • Ca. 1 kg Kartoffeln (mehlig kochend)
  • Ein großes Bund krause Petersilie
  • 50 g getrockneter Majoran
  • 10 g getrockneter Liebstöckel
  • 5 Lorbeerblätter
  • 25 ml Maggi (ja, Maggi!)
  • 10 g Glutamat (ja, Glutamat!)
  • Ca. 5 Gemüse-Brühwürfel (Cenofix)
  • Ca. 500 g geräuchertes Wammerl oder Schinken
  • Zusätzlich Schinkenschwarten oder –knochen schaden nie (am besten vom Katenschinken)
  • Ca. 1 kg Würste nach Wahl (Wiener, Polnische, Fleischwurst, geräucherte Bratwurst, …)
  • Wer mag kann auch noch 500 g bis 1 kg Kassler oder mageres Geselchtes in den Eintopf geben
  • Pfeffer, Salz

 

Zubereitung:

  • Erbsen wenn möglich über Nacht in 5 Liter Wasser einweichen
  • Erbsen im Einweichwasser aufsetzen, ganz leicht salzen, aufkochen lassen und dann 1 bis 4 Stunden kochen lassen, bis sie fast weich sind, aber noch etwas Biss haben; ist eine Schinkenschwarte oder ein Schinkenknochen vorhanden, gleich getrost mit in den Topf werfen und bis zum Schuss mitkochen lassen
  • Beim Wammerl Knorpel und Schwarte entfernen, Wammerl oder Schinken in kleine Würfel schneiden, in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren langsam anbraten, bis das meiste Fett ausgetreten ist; bei Wammerl dauert das durchaus eine halbe Stunde, also nur nicht hudeln oder die Hitze höher drehen
  • Währenddessen das Gemüse schälen, putzen, in kleine Würfel (0,5 cm Kantenlänge, den Lauch längs halbieren und in „Halb-Röllchen“) schneiden
  • Petersilie waschen, Blätter abzupfen und beiseite legen, Petersilienstiele fein hacken
  • Wenn das Wammerl oder der Schinken ausgelassen und angebraten sind, zuerst die klein geschnittenen Zwiebeln dazu geben und ca. 10 Minuten mehr andünsten als anbraten (dürfen keine Farbe annehmen), dann das restliche Gemüse und die gehackten Petersilienstängel dazu geben und alles unter regelmäßigem Rühren andünsten/anbraten (irgendwas dazwischen); auch das dauert bei der Menge nochmals eine halbe Stunde, wenn nicht länger
  • Wenn die Erbsen fast weich sind, Wammerl- bzw. Schinken-Gemüsemischung sowie Lorbeerblätter dazu geben und nochmals eine halbe bis dreiviertel Stunde köcheln lassen; jetzt regelmäßig umrühren, damit nichts anbrennt
  • Wer mag, kann jetzt auch noch 500 g bis 1 kg klein geschnittenes Kassler oder mageres Geselchtes dazu geben
  • Währenddessen die Kartoffeln waschen, schälen in Würfel (ca. 1 cm Kantenlänge) schneiden
  • Suppe nun mit Majoran, Liebstöckel, Maggi, Brühwürfeln, Unmengen von schwarzem Pfeffer aus der Mühle und Glutamat würzen (Salz kommt später, weil Schinken/Wammerl, Brühwürfel, Maggi, Glutamat, Würste allesamt auch salzig sind), nochmals ca. 20 bis 30 Minuten kochen lassen, bis die Kartoffeln weich sind; Rühren nicht vergessen
  • Lorbeerblätter aus der Suppe fischen, ca. 1 Liter Suppe in einen Rührbecher geben und mit dem Pürierstab zu Brei verarbeiten, zurück zur Suppe geben, die so eine natürliche Bindung erhält; evtl. etwas mehr oder weniger Suppe pürieren, bis zur gewünschten Konsistenz

* „Getrocknete Grüne Erbsen“, das ist ein großes Wort gelassen ausgesprochen: wahrscheinlich gibt es so viele Arten getrockneter grüner Erbsen wie es Stämme der Menschen gibt. Ich bevorzuge die ganzen (nicht gespaltenen), ungeschälten, auch wenn sie in der Regel ewig kochen müssen, um weich zu werden. Und das ist gleich das nächste Problem: ich habe getrocknete Grüne Erbsen gehabt, die zerfielen nach 1 ½ Stunden kochen zu Brei und ich hatte welche, die waren nach über Nacht Einweichen und 3 Stunden kochen noch immer hart wie die Knochen, keine Ahnung, woran das liegen mag
** Weder die Zusammensetzung noch die exakte Menge des Gemüses ist kriegsentscheidend. Was halt da ist und weg muss …

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