Der letzte seiner Art …

Seit über einem Jahr sind wg. Modellwechsels nur noch vorproduzierte Jeep Wrangler ab Lager erhältlich – wenn überhaupt, individuell konfigurierte Neubestellungen waren nicht möglich, und die Höfe der Jeep-Händler sind ratze-leer, zumindest was Jeep Wrangler anbelangt, Neuwagen wie Gebrauchte, selbst auf Autoscout24 sind Wrangler derzeit Mangelware. Ende letzten Jahres wurde die neue, vierte Modell-Generation mit dem Kürzel JL in den USA vorgestellt, die die bisherige ikonische JK Wrangler-Generation vollständig ablöst, in Deutschland kommt sie diesen Herbst auf den Markt, zuerst als Diesel und Anfang nächsten Jahres auch als Benziner, allerdings nicht mehr mit dem fetten V6, sondern als Vier-Zylinder Turbo. Amis und Turbo, das ist so wie Franzosen und gut kochen oder Russen und Abstinenz oder Hanseaten und Karneval (und nein, das mit den Polen und der Ehrlichkeit, das bringe ich jetzt nicht, denn das wäre politisch nämlich ganz und gar nicht korrekt).

Jeep, Wrangler, Rubicon, Recon, Chrisler, Fiat, FCA, Differentialsperre, Dual Top, V6, Geländewagen

Quasi zum Abschied hat FCA (Fiat Chrysler Automobiles, der Mutterkonzern von Jeep – für alle, die es noch nicht wussten, Jeep ist italienisch!) noch zwei letzte Sondermodell des JK spendiert, die JK Edition und den Recon, beide auf der Basis des Rubicons, der geländegängigsten Variante der Jeep-Familie, wobei die Geländegängigkeit des Recon die des Basis-Modells nochmals bei weitem übertrifft. Die vorne wie hinten eingebaute Dana-44-Achse mit verstärkten Differenzialdeckeln besitzt in der Front noch verstärkte Achsrohre und Heavy-Duty-Gabeln, und beide Dana-44-Achsen sind mit elektronisch-angesteuerten Tru-Lok-Differenzialsperren mit einem 4:1 Rock-Trac-Untersetzungsgetriebe im Low-Range-Betrieb ausgestattet. Den Recon gibt es mit dem bekannten 3,6 Liter V6 Benzinmotor mit 209 kW (284 PS) oder dem 2,8 Liter Vierzylinder-Turbodieselmotor mit 147 kW (200 PS). Und 19-Zoll Puschen kann man auch dranschrauben lassen. Dual-Top (Kabrio im Sommer, Hardtop im Winter) sind beim Recon serienmäßig, die Schriftzüge, zusätzliche Luft-Einlass-Stutzten und die roten Abnäher auf den Ledersitzen sind Chichi.

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Der Recon bietet Kraft ohne Ende, bedächtig kommend, aber zuverlässig, eine gutmütige Lenkung, Spursicherheit und Bodenhaftung, gleichzeitig eine unglaubliche Geländegängigkeit und den Wendekreis einer Diesellock. Vor allem aber bietet der Recon Fahrspaß ohne Ende. Autobahnen sind mit der Karre zwar Pain in the Ass – bei 184 ist die Maschine sowieso elektronisch abgeriegelt –, aber ab 120 wird’s anspruchsvoll, ab 140 schwierig, ab 160 gefährlich, ab 180 leichtsinnig, das Schlachtschiff zu fahren, und offen bei 140, da kann kein noch so gutes Drei-Wetter-Taft die Frisur mehr halten. Der Recon ist für’s Cruisen gebaut. Auf Landstraßen mit 80, vielleicht mal 100 dahin gleiten, da macht der Wagen Spaß. Oder eben im Gelände, ich kann mir wenig vorstellen, was den Recon aufhalten kann, aber wahrscheinlich eine Klippe oder eine Panzerabwehrrakete. Bleibt die Frage, wozu man dieses Gerät, das auch noch locker 14 bis 18 Liter schluckt, wenn man es tritt, überhaupt in Mitteleuropa braucht, falls man nicht gerade Jäger, Holzbauer oder Bauunternehmer ist. Einzige ehrliche Antwort auf diese Frage: weil der Recon Spaß macht. Und weil er einer der letzten Dinosaurier ist, und die gehören als schwer bedrohte Art geschützt. Aber Frau Roth wird das wahrscheinlich nicht verstehen …

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