Summa summarum: Auf zünftig gepimptes, modernes Brauerei-Wirtshaus mitten in der Augsburger Innenstadt mit hübschem Biergarten und netter Sonnenterrasse, einer beeindruckenden, leckeren Auswahl eigener Premium-Biere und einer durch und durch enttäuschenden Küche.
Vor 14 Jahren, kurz nach der Eröffnung, besuchten wir erstmals das Riegele Wirtshaus. Wir freuten uns weiland, dass die zentral gelegene Brauerei nun endlich auch gastronomisch entwickelt wurde, die Location war noch nicht ganz fertiggestellt, versprach aber Potential und vor allem bajuwarische Lebensart mit Gemütlichkeit, Haxen und Bier. 2012 ließ ich kein gutes Haar an der Küche (https://opl.guide/trauerspiel-in-zuenftigem-ambiente-riegele-brauereiwirtshaus-am-hauptbahnhof/), auch spätere Besuche veranlassten mich nicht wirklich, dieses Urteil zu revidieren, das Riegele war aus meinen Augen sicherlich gut für wohlmundendes, frisches Bier, dazu maximal einen Wurstsalat oder ein – überraschend gutes – frisches Tatar, aber keinesfalls zum leckeren, geschweige denn gepflegten Essen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, kulinarisch ist das Riegele seinen Anfängen treu geblieben.

Direkt neben dem Augsburger Hauptbahnhof gelegen, erreicht man das Riegele von der Innenstadt fußläufig in zehn, fünfzehn Minuten. Der Biergarten ist lauschig, die Sonnenterrasse mit Blick auf die Züge eher stylisch, die Sonnenuntergänge können hier grandios sein, innen merkt man der Gaststätte halt doch an, dass sie relativ frisch aus der Architekten-Retorte stammt, sieht zwar aus wie eine große, traditionelle, bayrische Brauerei-Gaststätte, aber es fehlt die Patina, die Historie. Auch die Speisekarte gibt sich – mit Ausnahme des Süßkartoffel Currys, welcher Irrwisch schreibt sowas auf eine bayrische Wirtshauskarte? – durch und durch bajuwarisch, mit Brotzeiten wie Obatzdan, Weißwurst oder Leberkäs und Hauptgerichten wie Schweinsbraten, Haxe, Schnitzel, Zwiebelrostbraten, Kässpatzen. Von der Papierform her stimmt das, aber Papier ist ja bekanntlich geduldig. Die Flädlesuppe ein dünnes, trauriges Süppchen, der lauwarme Maultaschensalat zerhackte industrielle Maultaschen in einem penetranten Balsamicocreme-Dressing, dazu eiskalt, der Wirtsgartensalat an sich ein Schüsselchen frischer Salate, doch zunichte gemacht von einem dubiosen Dressing und vertrockneten Brez’n-Scheiben, hier Brezenchips genannt, der Schweinsbraten ganz ok, die Klöße traurig, die dicke, braune Sauce dazu kalt und nie und nimmer selber gezogen, nämliche kalte Sauce umspült auch das gegrillte Schweinebein mit einem winzigen Stücklein rescher Kruste on top. Essen macht uns nach wie vor keinen Spaß im Riegele Brauhaus in Augsburg.

Hauptgerichte von 13,80 EURO (Kässpatzn) bis 24,80 EURO (Wiener Schnitzel mit Beilagen), Drei-Gänge-Menue von 28,60 bis 50,60 EURO
Riegele Wirtshaus
BS Bier & Speisen Gastro GmbH
Vertreten durch: Anna-Dina Priller
Frölichstraße 26
D – 86150 Augsburg
Tel.: +49 (8 21) 4 55 25 50
Fax: +49 (8 21) 4 55 25 51
Mail: info@riegele-wirtshaus.de
Online: https://www.riegele-wirtshaus.de/

