Summa summarum: Rustikal-romantischer Gasthof in Alleinlage mitten im Wald an sieben Quellen, gute Luft und Ruhe pur (bis auf die krakeelenden Pfauen), zweckmäßig-gemütliche Zimmer, zünftig-unprätentiöse Gaststuben ohne Design-Schnickschnack, schöne Terrasse, bodenständige, regionale, frisch gemachte und sehr ordentliche gut bürgerliche fränkische Küche ohne Kniefall vor Zeitgeist oder Massentouristen. Eines meiner persönlichen hide outs.




Eigentlich ist hier schon Alles gesagt über das Wildbad (https://opl.guide/wildbad-burgbernheim-vergessenes-idyllisches-rustikales-hide-out-in-franken/), und geändert hat sich hier in den letzten fünf Jahren wenig. Die Alleinlage mitten im Wald ist unverändert ausgesprochen idyllisch, keine Touristenhorden, kein Massentourismus, keine Kniefälle vor irgendeinem Zeitgeist (der sich heutzutage schneller ändert als mancher die Unterhosen wechselt), um neue Zielgruppen anzusprechen, das Publikum setzt sich zusammen aus Einheimischen (die nicht ohne Grund wieder und wieder kommen) und ein paar Radl- und Wandertouristen, die Küche ist bodenständig, gut bürgerlich – fränkisch, dazu gekonnt, vor allem frisch und Convenience-frei gemacht, sogar die Hollandaise zum fränkischen Spargel ist frisch selber aufgeschlagen (leider heutzutage eine absolute Seltenheit), die Speisekarte ist erfreulich überschaubar, wer mit Schäufele, Hirschbraten, Schnitzel, Forellen aus dem eigenen Quellwasserbecken und Salat zufrieden ist, ist hier goldrichtig. Die doch enttäuschende, sehr Eis-lastige Dessertkarte wird wettgemacht durch sehr gutes Bauernhofeis und eine reichliche Auswahl an selbst gebackenen Kuchen. Es tut regelrecht gut, mal eben nicht die üblichen TK- und Convenience-Verdächtigen auf der Speisekarte zu finden, den „Zander auf der Haut gebraten“, die „Quinoa-Bowl mit mariniertem Gemüse und Tofu“, die grassierende Burger-Pest, das „Schokotörtchen mit flüssigem Kern“ und auch keine Flammkuchen, die derzeit auf angeblich gut bürgerlichen Speisekarten um sich greifen wie die Pest. Ich kaufe auch in der Metro, der Union und bei Bos-Food ein, ich kenne das Zeugs. Die Küche in Wildbad bleibt sich und Franken treu, ohne altbacken zu sein. Vielleicht wird „traditionelle Küche“ ja irgendwann mal der nächste Hype. Auch das Frühstück wird zwischenzeitlich in Form eines übersichtlichen, stets aufgefüllten Buffets serviert, mit frischen Backwaren, guten Wurstwaren (darunter ein hauchdünn geschnittener Wachholderschinken zum Niederknien) und Eierspeisen à la minute. Mehr brauche ich zuweilen gar nicht und bin glücklich.




Eine – große – Kleinigkeit ist mir bei unserem letzten Besuch besonders in’s Auge gestochen: auf fast jedem Tisch ein Sträußlein mit frisch gepflückten Wiesenblumen. Sowas kauft man nicht in der Gärtnerei oder beim Blumenhändler, hier geht tatsächlich noch jemand auf die Wiese und pflückt und arrangiert Blümchen. Das ist nicht nur außergewöhnlich, das ist schön.






DZ (Ü/F) von ca. 98 bis125 EURO (pro Zimmer); Hauptgerichte von 17,20 EURO (Nudeln mit Kräutersauce, Salat) bis 28,90 EURO (Steak mit Beilagen); Drei-Gänge-Menue von 25,90 bis 46,80 EURO
Waldgasthof Wildbad GmbH
Geschäftsführer Martin Hofmann
Wildbad 1
D – 91593 Burgbernheim
Tel.: +49 (98 43) 13 21
Fax +49 (98 43) 28 77
Email: info@waldgasthof-wildbad.de
Online: www.waldgasthof-wildbad.de

