P.S. in Sachen Woronoffbutter 2 Wochen nach unserem letzten Besuch im Landgasthaus Bruns.

Die Butterzubereitung ist richtig gut und lecker, mit ihrer mit ausgewogener Estragon-Knoblauch-Paprika-Note passt sie in der Tat perfekt zu Schnecken, sicherlich aber auch zu einem Steak. Der Koch rückt das Rezept nicht raus, und so habe ich das Recherchieren angefangen. Meine Kochbücher – inklusive Escoffier und Teubners großes Saucenkochbuch – Fehlanzeige. Und auch im Internet wurde ich nicht schlauer. In den unsäglichen Laber-Foren-Beiträgen von gelangweilten Dummschwätzern auf chefkoch.de werden auf die Frage nach Woronoff-Butter mal Hinweise auf eine Café-de-Paris-Butter (haha) oder deren Ableitungen gegeben, dann werden monströse Eigenkreationen mit Zigeunersauce aus der Flasche, Bratensauce, Sambal Olek und getrockneten Kräutern flugs unter dem Namen Woronoff präsentiert. Auch seriöse kulinarische Seiten wie essen&trinken oder kuechengoetter müssen bei Woronoffbutter passen. Alles was ich außer Schwachsinn finde, sind ein paar Leute mit Familiennamen Woronoff, darunter der Mediziner Serge Woronoff, einem Spezialisten für die Transplantation von Hoden, aber keinen Koch oder so, und dass man eine Würzbutter nach einem Hodentransplantierer benennt, das halte ich dann doch für unwahrscheinlich. Aber erst jetzt fiel mir auf, dass die Transkription aus dem Kyrillischen ja immer so eine Sache ist, und Воронов muss ja nicht unbedingt mit Woronoff übersetzt werden, Voronoff oder sogar Woronow wären auch mögliche Transkriptionen, sagt mir meine Ukrainische Freundin. Und unter Woronow werde ich dann fündig, bei Herbert Frauenberger, einem Ossi (nicht böse gemeint, meine Söhne sind auch „Ossis“): Lehre zum Koch im Schlosshotel Reinhardsbrunn, Absolvent der Hotelfachschule Leipzig, Sous-Chef und Küchenchef im Ost-Berliner Fünf-Sterne-Schuppen Metropol, Patron in Goethes Stammlokal in Weimar, wo er Kaiser, Könige und sonstige Staatsoberhäupter bekochte, dann lange Zeit mdr-Fernsehkoch. Der beschrieb in der Thüringer Allgemeinen zu Weihnachten 2010 ein ziemlich aufwändiges Saucen-Rezept aus Zwiebel, Knoblauch, Senf, Weinbrand, Butter, Schmand, Sahne, Petersilie, Dill, Estragon, Majoran, Thymian, Rosmarin, Kapern, Zitronenschale, Tomatenmark, Salz, Pfeffer und Paprikapulver, und in dieser Sauce werden dann Lendensteaks nur rosa pochiert. Ich habe das Rezept nachgekocht, und das kommt der Sauce aus Dalhausen ziemlich nahe. Frage beatwortet, Klappe zu, Affe tot.

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