Marginalie 71: Schöne neue Shopping-Welt

Habe im Internet drei spezielle Würzsaucen bei Amazon bestellt. Nun gut, einerseits hätte ich die Saucen im stationären Handel weit und breit nicht bekommen. Andererseits, das ist der Verpackungsmüll, den diese drei kleinen Saucenflaschen beim Online-Versandhandel mit sich bringen, ca. 1 Liter Saucen und ca. 40 Liter Verpackungsmüll, selbst komprimiert sind das immer noch über 20 Liter Müll (ich hab’s ausprobiert, auch mit Stopfen und Treten habe ich den Müll nicht in zwei 10 Liter Eimer gepresst bekommen). Und jetzt frage ich mich: brauche ich diese speziellen Saucen – die wahrscheinlich sehr interessant und lecker sein werden, ich habe sie noch nicht probiert – wirklich um diesen Umwelt-Preis?

Ich glaube, ich werde ganz schnell ein Volksbegehren gegen irgendwas unterschreiben, vielleicht gegen Bahnstrecken, danach für irgendwas auf der Straße demonstrieren, vielleicht für mehr Transgenderföderung, dann noch für irgendwas ein wenig spenden, vielleicht für Froschstreichler, und dann kann ich mich wieder gut fühlen und auch weiterhin solche Müllberge für mich produzieren lassen. Ich wüsste ehrlich gerne mal, wie viele dieser bigotten Krawall-Gutmenschen tagtäglich solche Müllberge produzieren, und wie viele tatsächlich mit dem Jute-Täschchen in den Bio-Supermarkt gehen.

Ich jedenfalls werde förderhin auf solcherlei Bestellungen verzichten.

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