Um unbeschadet durch Zeiten mit widrigem Wetter und umherfliegenden Krankheitserregern zu kommen, ist kaum etwas so hilfreich als ein täglicher Trunk aus Ingwer, Zitronen und Honig. Alle folgenden Mengenangaben sind Ca.-Angaben für einen recht kräftigen, scharfen Sud. Wer es weniger scharf mag, nimmt weniger Ingwer (aber auch mehr ist möglich). Wer es weniger sauer mag, nimmt weniger Zitronen (aber auch mehr sind möglich). Wer es süßer mag, nimmt mehr Honig. Wer weniger Sud kochen will, reduziert alle Mengenangaben entsprechend. So einfach ist das.
Ein Trick ist bei der Zubereitung allerdings wichtig. Wenn die Ökos Ingwer-Zitronen-Trank servieren, so ist das meist heißes Wasser mit ein paar dünnen Scheibchen Ingwer und etwas Zitrone. Das ist pure Verschwendung. Ich zerhäxle den ganzen Ingwer im Cutter zu feinen Stücken, lasse diese aufkochen und 15 Minuten im leicht siedenden Wasser mit Deckel ziehen. So gibt der Ingwer seinen ganzen „Wumms“, insbesondere in Form der nur schwer wasserlöslichen Gingerolen ab, die für die typische Schärfe und die entzündungshemmende Wirkung verantwortlich sind. Weiterhin lösen sich Polysaccharide, Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe aus der Knolle. Den Honig gebe ich erst dazu, wenn der Sud nur noch lauwarm ist, da Honig keine hohen Temperaturen verträgt. Der sparsame Zeitgenosse mag hier versucht sein, zu einem billigen Honig aus dem Discounter mit „Trachtenmischungen aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ zu greifen, da er ja ohnehin verkocht wird. Großer Fehler! Verwenden Sie heimischen Honig aus Ihrer unmittelbaren Umgebung oder zumindest aus Ihrer Region. Erstens unterstützen Sie damit die heimischen Bienen und Imker, zweitens enthält heimischer Honig all die Pollen, die einen allergisch ärgern könnten; so liefert heimischer Honig eine Art natürlicher Impfung. Da muss dann halt mal darüber hinwegsehen, dass heimischer Imkerhonig meist zwei- bis viermal (oder mehr!) so teuer ist wie gepanschter Industriehonig (es muss ja nicht gerade Manuka-Honig sein).
Alles in allem ist dieser Ingwer-Zitronen-Honig-Trunk kein wohlfeiles Hausmittel. Ich habe es mal überschlagen, je nach Einkauf kostet ein Liter davon ca. drei bis fünf EURO reine Materialkosten, Energie und Arbeitszeit nicht mitgerechnet. Ich trinke davon vier bis sechs halbe Gläser pro Tag, verlängert mit Mineralwasser als Kaltgetränk) oder mit heißem Wasser (als Heißgetränk) – geht beides. Von hören Dosen würde ich abraten, das Zeugs kurbelt auch den Stoffwechsel an und schlägt in größeren Mengen auf den Magen, zumindest in der scharfen Variante.

Zutaten:
- 5 l Wasser
- 350 g Ingwer (ca. 1 große Knolle)
- 35 g Goldene Milch Pulver1
- 500 ml frisch gepresster Zitronensaft (ca. 8 Zitronen – je nach Saftigkeit)
- 200 ml frisch gepresster Blutorangensaft (ca. 3 Früchte – je nach Saftigkeit)2
- 500 g Honig


Zubereitung:
- Wasser aufkochen
- Ingwer gut heiß abwaschen, schälen nicht notwendig, in grobe Stücke (ca. Haselnuss-groß) schneiden
- Ingwerstücke in einen Cutter geben und klein häxeln (ca. +/- Streichholzkopf-groß)
- Gehäxelten Ingwer und Goldene Milch Pulver in das kochende Wasser geben, einmal aufkochen, dann bei geschlossenem Deckel (damit die ätherischen Öle nicht flöten gehen) ca. 15 min. leicht sieden lassen
- Frisch gepressten Zitronen- und Orangensaft dazugeben, nochmals kurz aufwallen lassen
- Sud bei geschlossenem Deckel abkühlen lassen
- Wenn der Sud noch ca. 40° hat, Honig unterrühren3
- Sud zugedeckt über Nacht ziehen lassen
- Am nächsten Tag den Sud mit Sieb und Trichter in luftdichte Flaschen abfüllen und im Kühlschrank lagern


- Goldene Milch ist eine Mischung aus 60 bis 70% Kurkuma, dazu Ingwer, Zimt, schwarzer Pfeffer, Schlafbeere, oft auch noch Kardamon, Muskatnuss und Vanille. Schwarzer Pfeffer ist wichtig, da ohne sein Piperin der Körper nicht in der Lage ist, den Wirkstoff von Kurkuma, das Curcumin, aufzunehmen. ↩︎
- Die Orangen – zumal Blutorangen – sind optional, ich nehme sie wegen der Süße und der Farbe. ↩︎
- Die wertvollen Enzyme des Honigs vertragen keine Temperaturen über 40°. ↩︎

