Marginalie 117: Die Sache mit den Frühstücksmessern

So ein Bisschen kenne ich mich ja mit Hotels und Gasthöfen aus. Ich will jetzt ja nicht angeben, aber ich habe mal grob überschlagen, seit meiner frühesten Jugend bis heute muss ich so ca. 4.000 Mal in Beherbergungsbetrieben geschlafen und meist auch gefrühstückt haben, lassen Sie’s 3.000 oder 5.000 gewesen sein, einerlei, ich bin halt eine Reiseente. Da waren einfache Pensionen dabei, Landgasthöfe, gesichtslose Ketten und Luxusschuppen. Doch eines haben fast all diese Beherbergungsbetriebe nach meinen Erfahrungen gemein: es gibt zum Frühstück prinzipiell nur ein Messer pro Gedeck. Nun esse ich zum Frühstück zuerst gerne was Süßes, ein Honigbrötchen zum Beispiel, und dann etwas Deftigeres, zum Beispiel ein Wurstbrot oder ein Rührei mit Buttersemmel. Da stellt sich mir immer die Frage, wie ich Butter auf das zweite, deftig geplante Backwerk bekomme. Mit einem Honigmesser das Wurstbrot schmieren? Das Messer mitten im Lokal ablecken oder notdürftig mit der Serviette reinigen? Weder auf dem Frühstückstisch noch auf dem Buffet finden sich in der Regel Ersatz-Messer. Also ist die einzige manierliche Lösung, das – während des Frühstücks ohnehin schon gestresste – Servicepersonal um ein neues Messer zu bitten, und das kostet alle Seiten nur Zeit.

Warum, so frage ich mich, kann man auf dem Frühstücksbuffett oder auf den Tischen nicht einfach noch ein paar zusätzliche Frühstücksmesser platzieren, damit die Gäste manierlich frühstücken können?

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