Cheesecake mit Heidelbeeren

Ja, ich weiß, dass dieses Kuchen-Photo weder stylisch noch Instagram-geeignet ist. Dafür ist es etwas anderes: ehrlich. Ich habe nicht – auf Kosten des Geschmacks – an der Optik rumgefummelt, und ich bin auch kein gelernter Konditor. So sieht halt ein Cheesecake mit Heidelbeeren aus, wenn er von einem Laien gebacken wird. Aber eines kann ich mit Fug und Recht behaupten: auch wenn der Kuchen keine Instagram-Schönheit ist, er schmeckt einfach Hammer. Und nachkochen bzw. -backen kann ihn auch jeder, so hübsch wie ich kriegen Sie das Ding allemal hin.

Zutaten (für eine 26-cm Springform)

Für den Boden

  • 250 g Vollkornkekse (oder Butterkekse)
  • 120 g Butter (geschmolzen)
  • 1 Prise Salz

Für die Frischkäse-Füllung

  • 1,2 kg Doppelrahm-Frischkäse (Zimmertemperatur)
  • 225 g Zucker
  • 200 g Schmand
  • 30 g Speisestärke (ca. 2 gehäufte EL)
  • Abrieb von 1 Bio-Zitrone
  • 1 Prise Salz
  • 2 Vanillestangen1
  • 4 Eier (Größe M, Zimmertemperatur)

Für die Heidelbeeren

  • 600 g Waldheidelbeeren (frisch, hilfsweise TK)2
  • 40 bis 60 g Puderzucker (ca. 4 bis 6 gehäufte Essl.)
  • 30 g Speisestärke (ca. 2 gehäufte Essl.)
  • Außerdem: weiche Butter zum Einfetten der Form

Zubereitung

  • Für den Boden Kekse in einem Cutter zermahlen (oder hilfsweise in einem Frischhaltebeutel mit dem Nudelholz oder einem Stieltopf zerbröseln)
  • Geschmolzene Butter und eine Prise Salz dazugeben, alles zu einem breiigen Teig verrühren
  • Den Boden einer Springform mit Backpapier belegen und Papier mit dem Ring festklemmen
  • Backofen auf ca.175° Ober- und Unterhitze vorheizen
  • Kekskrümel-Teig auf dem Boden der Springform gleichmäßig bis an die Ränder verteilen und festdrücken; an der Seite einen kleinen Teigrand formen
  • Teig auf der mittleren Schiene 15 Minute vorbacken; aus dem Ofen nehmen; abkühlen lassen

  • Für die Frischkäsefüllung alle Zutaten bis auf die Eier in eine Rührschüssel geben und gut verrühren; zum Rühren am besten keinen Schneebesen, sondern einen Paddel- oder Flachrührer (nannte man früher unter Konditoren auch Bischofsstab) verwenden und nur langsam rühren, damit möglichst wenig Luft in die Frischkäsemasse gelangt (zu viel Luft in der Masse lässt den Kuchen später reißen)
  • Eier einzeln in die Frischkäsemasse geben und vollständig unterrühren, bevor man das nächste Ei dazugibt

  • Frische Heidelbeeren waschen, verlesen, abtropfen lassen; TK-Heidelbeeren auftauen lassen
  • 300 g Heidelbeeren auf einer großen Platte verteilen, so dass keine Beeren übereinander liegen (das ist wichtig, damit alle Beeren etwas Zucker und vor allem Stärke abbekommen)
  • Ausgebreitete Beeren durch ein Sieb mit der Hälfte des Puderzuckers und der Hälfte der Stärke pudern (die Stärke verhindert, dass die Beeren im Teig beim Backen nach unten sinken)

  • Den Rand der erkalteten Springform mit weicher Butter einschmieren
  • Hälfte der Frischkäsemasse auf den vorgebackenen Teig in der Springform verteilen
  • Die gezuckerten und mit Stärke gepuderten Heidelbeeren gleichmäßig auf der Frischkäsemasse verteilen
  • Zweite Hälfte der Frischkäsemasse auf den Heidelbeeren in der Form verteilen, Oberfläche glattstreichen
  • Für das Backen im herkömmlichen Backofen: Ofen auf 150° Ober- und Unterhitze vorheizen3; Boden und unteren Rand der Springform sehr gut in Alufolie einwickeln (so dass möglichst kein Wasser mehr eindringen kann – sonst gibt’s Matschboden), tiefes Backblech auf die zweite Schiene von unten setzen, 1 Liter Wasser auf das Blech gießen, Kuchen in das Wasserbad auf dem Blech stellen, ca. 75 bis 85 Minuten backen; der Rand soll fest sein und ganz leicht gebräunt, der Rest des Kuchens bleibt bleich; in der Mitte darf die Frischkäsemasse noch leicht wackeln
  • Für das Backen im Dampfbackofen: Ofen auf 130° Ober- und Unterhitze und mittlere Dampfzugabe stellen; Kuchen auf ein Gitter auf der zweiten Schiene unten setzen und ca. 75 bis 85 Minuten backen
  • Nach dem Backen Kuchen im abgeschalteten, geschlossenen Ofen etwas abkühlen lassen, dann die Ofentür mithilfe eines Löffelstiels einen Spalt breit öffnen und Kuchen vollständig erkalten lassen
  • Erkalteten Kuchen im Kühlschrank wenigstens 4 Stunden, am besten über Nacht fest werden lassen; Springformrand unbedingt dranlassen (nix von wegen „Nur mal kucken“!)
  • Für die Heidelbeerglasur die andere Hälfte der Heidelbeeren mit 50 ml Wasser (gut 3 Essl.) aufkochen lassen, mit der anderen Hälfte des Zuckers süßen, ca. 5 Minuten köcheln lassen, dabei regelmäßig umrühren
  • Stärke mit wenig kaltem Wasser vermischen, Stärke vollständig und klumpenfrei in dem Wasser auflösen, zu den Heidelbeeren geben
  • Heidelbeeren unter ständigem Rühren (das Zeugs brennt jetzt verdammt leicht an) noch ca. 1 Minute köcheln lassen, bis die Stärke dickt
  • Angedickte Heidelbeeren etwas abkühlen lassen, dann sofort gleichmäßig auf der Oberfläche des erkalteten Kuchens verstreichen
  • Kuchen nochmals wenigstens 2 Stunden kaltstellen

  1. Soll statt echter Vanilleschoten Vanillezucker verwendet werden, dann wenigstens 5 bis 6 Päckchen und Zuckermenge entsprechend reduzieren. Von dieser industriellen Vanille-Extrakt-Pampe braucht man zumindest 3 bis 4 Esslöffel, bis man was schmeckt. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, wohlfeiles Vanillin oder Vanillepuddingpulver zu verwenden, spülen Sie die Frischkäsemasse besser gleich im Klo runter. ↩︎
  2. Waldheidelbeeren, ausschließlich Waldheidelbeeren! Diese mit Wasser aufgeblähten blauen Zuchtheidelbeeren taugen überhaupt nichts. ↩︎
  3. Umluft würde den Kuchen unnötig austrocken und später noch mehr zum Reißen bringen als er es ohnehin schon tun wird (man kann sich noch so anstrengen, die Oberfläche eines Käsekuchens reißt nun mal nach dem Backen fast immer, mal mehr, mal weniger. So don’t worry.) ↩︎
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