Eine Fahrt durch Nichts

Endlos gerade, schmale Straßen, oft alte Alleen, unbefestigte Seitenstreifen, kaum Mittelstreifen, plattes Land, Landwirtschaft, Korn, Mais, Kartoffeln, keine Rüben, wenige Wiesen, dafür umso mehr Windräder, neben denen die paar alten Windmühlen verblassen, zersiedeltes Land, alle paar Kilometer winzige Weiler mit drei, vier, fünf Häusern und kleinen Höfen irgendwo im Nirgendwo, zuweilen ein verödetes Dorf ohne sichtbares Leben, manchmal mit hübschen Fachwerkhäusern, kaum Infrastruktur, dann und wann mal eine verlorene Bushaltestelle im Nichts, kaum Gasthöfe, keine Hotels, aber in jedem Kaff wenigstens ein schmuddliger Schabefleischbrater und/oder Teigfladenbäcker, keine Krankenhäuser, keine Bahnlinie, die hierher (oder von hier weg) führen würde, die wenigen vormaligen Bäcker, Metzger, Dorfläden längst geschlossen, keine Kinos oder Buchläden, mal noch eine trotzige Apotheke, alle 25 Kilometer ein Discounter auf einer Wiese, manchmal idyllische Dorfkindergärten und -schulen, zumeist verwaist, die Kirchen sind klein und trutzig, stehen immer in der Dorfmitte und sind gut gepflegt, jedoch keine Schlösser, keine Burgen, keine befestigten, alten Städte, keine reichen Gutshöfe, keine Berge, keine Täler, keine großen Wälder, keine Seen, keine Heilquellen, die Weser und der Mittellandkanal, pragmatische Wasserstraßen, sonst nichts, keine Freizeitparks, keine berühmten Adelsgeschlechter, keine historischen Schlachtfelder, keine monumentalen Denkmale, keine Bodenschätze, keine nennenswerte Industrie, … nur plattes Land bis zum Horizont.

Das war meine Fahrt durch den äußersten nordwestlichen Zipfel von OWL (Ostwestfalen-Lippe), eine unbekannte Landschaft mitten in Deutschland, deren Charme sich mir nicht wirklich erschlossen hat.

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Back to Top